Aktuelle Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen

Geschlechtsbezogene Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist nach wie vor die weltweit am weitesten verbreitete Menschenrechtsverletzung. In Deutschland ist jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen. Etwa jede vierte Frau wird mindestens einmal in ihrem Leben Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt durch ihren aktuellen oder früheren Partner. Dabei sind Frauen aller sozialen Schichten betroffen (Quelle: BMFSFJ). Auch lesbische, schwule, bisexuelle, transgeschlechtliche, transgender, intersexuelle bzw. queere Menschen sind in besonderem Maße von geschlechtsbezogener Diskriminierung und Gewalt betroffen. Am 25. November findet mit dem Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen jährlich ein Gedenk- und Aktionstag statt, um öffentlich das weltweite Ausmaß und die Formen der Gewalt gegen Frauen zu skandalisieren und ein Zeichen gegen Diskriminierung und jede Form von Gewalt gegen Frauen zu setzen.

Historisch geht dieser Gedenktag auf die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal zurück, die am 25. November 1960 auf Befehl des Diktators Trujillo vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik verschleppt, gefoltert, vergewaltigt und ermordet wurden. Die KHSB erinnert anlässlich des 25. November an das Schicksal dieser und vieler weiterer Frauen weltweit und setzt ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November veranstalten die Frauenbeauftragte und der Frauenrat der KHSB einen Aktionsmonat mit verschiedenen Veranstaltungsangeboten.

Donnerstag, 11.11.2021, 14:00–18:00 Uhr, der Kurs ist AUSGEBUCHT.
Montag, 15.11.2021, 13:00–17:00 Uhr, der Kurs ist AUSGEBUCHT.
Raum: S 113
max. Personenzahl: 10 Personen je Kurs
Anmeldung: Da die Personenzahl begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Anmeldung unter dem obenstehenden Link. Sollten Sie wieder Erwarten doch nicht am Kurs teilnehmen können, bitten wir um Mitteilung an frauenbeauftragte@khsb-berlin.de, damit der Platz an jemand anderes vergeben werden kann. Der Kurs ist kostenfrei.
Mitzubringen: bequeme Kleidung, warme (Stopper-) Socken oder Indoor-Turnschuhe (der Raum darf mit Straßenschuhen nicht betreten werden).

Mit Astrid Zink: Astrid Zink ist Wendo–Trainerin, Dipl. Pädagogin, Mediatorin und Systemische Beraterin (DGSF). Sie bietet Wendo-Kurse für Frauen*, Mädchen*, Trans*, Inter* und nicht binäre Personen sowie für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen und besonderen Befähigungen an.

Beschreibung: Wendo entstand aus dem Gedanken, dass eine effektive Art der Selbstverteidigung von der geschlechtsspezifischen Sozialisation von Frauen* ausgehen sollte. Neben einfachen Schlag- und Befreiungstechniken ist Selbstbehauptung von zentraler Bedeutung. Im Mittelpunkt steht dabei ein würdevoller Umgang mit den eigenen Grenzen - auch gegenüber nahestehenden Personen.

Workshop
Freitag, 26.11., 10:00–15:30 Uhr
Raum: Aula
max. Personenzahl: 25 Personen
Anmeldung: Da die Personenzahl begrenzt ist, bitten wir um verbindliche Anmeldung unter dem folgenden Link. Sollten Sie wieder Erwarten doch nicht am Kurs teilnehmen können, bitten wir um Mitteilung an frauenbeauftragte@khsb-berlin.de, damit der Platz an jemand anderes vergeben werden kann. Zur Anmeldung

Mit Ska Salden: Ska Salden forscht und lehrt seit 2016 an der Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin mit intersektionaler Perspektive an den Schnittpunkten von Psychologie, Gender Studies und Anti-Diskriminierung. Seit 2018 übernimmt Ska Salden regelmäßig Lehraufträge an der KHSB im Schwerpunkt geschlechterbewusste Soziale Arbeit sowie im Master Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession.

Beschreibung: Sexistische, hetero-sexistische und andere diskriminierende bzw. menschenverachtende Parolen begegnen uns an vielen Orten – und das in den letzten Jahren deutlich vermehrt. Sei es in der Mensa-Schlange, bei der Familienfeier oder an der Bushaltestelle: Manchmal sind wir einfach „baff“ und zu überrumpelt, um darauf zu reagieren. In anderen Momenten fallen uns zwar Erwiderungen ein, diese stammen jedoch aus akademischen und/oder theoretischen Diskussionen und sind nicht in jedem Falle anschlussfähig für das Gegenüber. In dem Workshop wollen wir uns mit typischen rhetorischen Figuren von rechter, diskriminierender Rede auseinandersetzen, mögliche Gegenstrategien erarbeiten und das Reagieren in solchen Situationen einüben.

Vortrag
Dienstag, 23.11., 14:00–16:00 Uhr
angesichts der aktuellen Lage findet der Vortrag ONLINE statt.
max. Personenzahl: unbegrenzt
Anmeldung: nicht erforderlich

Mit Prof. Dr. Julia Hertlein: Julia Hertlein ist Professorin für Soziologie an der KHSB. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie sozialer Ungleichheit & Sozialisationstheorien, Praxeologische Soziologie und Wissenssoziologie, Gender Studies (geschlechterkritische Gewaltforschung), Symbolische Gewalt, Normalität und Abweichung und Qualitative Methoden.

Beschreibung: Neben einer allgemeinen Einführung in die Thematik geht der Vortrag auf die Mitbetroffenheit von Kindern und Jugendlichen und auf das Berliner Hilfesystem ein. Schließlich wird der Fokus auf die besondere (verschärfte) Situation im Kontext der Corona Pandemie gelegt sowie erste Studienergebnisse und Einschätzungen der Folgen präsentiert und unter dem Blickwinkel der sozialprofessionellen Praxis diskutiert.

Gesprächsrunde
Freitag, 3.12., 16:00–17:30 Uhr
Raum: MS Teams
Anmeldung: nicht erforderlich

Mit Milena Demski: Milena Demski studiert Soziale Arbeit an der KHSB und ist Mitglied im Frauenrat.

Beschreibung: Die Gesprächsrunde eröffnet einen Raum zum Austausch über die im Rahmen der verschiedenen frei wahrnehmbaren Online-Ausstellungen gewonnenen Eindrücke oder Erkenntnisse.

Trigger-Warnung: Die Ausstellungen thematisieren Formen (sexualisierter) Gewalt und stellen sie und mögliche Folgen zum Teil grafisch oder ästhetisch-künstlerisch dar. Bei manchen Menschen können diese Darstellungen negative Gefühle oder Reaktionen auslösen. Wenn dies bei dir/Ihnen der Fall ist, kannst du/können Sie hier Anlaufstellen und Hilfsangebote finden.

 

Stoppt Gewalt an Frauen. Digitale Ausstellung der WWU Münster

Eine informative und anschauliche Ausstellung zu Formen der Gewalt an Frauen, zu ihren möglichen Folgen, zum Entstehungshintergrund und Ursprung des internationalen Aktionstags gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November durch die Ermordung der drei Schwestern Patricia, Maria Teresa und Minerva Mirabal auf Anweisung des dominikanischen Diktators Rafael Leónidas Trujillo Molina im Jahr 1960, mit empirischen Daten zu verschiedenen Formen und Kontexten (sexualisierter) Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen.
Zur Ausstellung

Photo-Voice – eine digitale Ausstellung mit Frauen mit Behinderungen des Projekts „Suse-sicher und selbstbestimmt. Im Recht.“ des Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe Frauen gegen Gewalt e.V. in Kooperation mit Frauen-Beratungsstellen in Meschede, Hannover und München

Eine empowernde, partizipativ entstandene Ausstellung mit der Fragestellung, welche Barrieren beim Zugang zum Recht aus der Sicht von gewaltbetroffenen Frauen und Mädchen mit Behinderungen bestehen und wie diesen begegnet werden sollte.
Zur Ausstellung

Gewalt hinterlässt Spuren von UNICEF Deutschland

Eine Ausstellung, die den Fokus auf Gewalt gegen Kinder lenkt und anhand von szenischen Darstellungen und Zitaten physische, psychische als auch sexuelle Gewalttaten thematisiert, die Kinder alltäglich erleben.
Zur Ausstellung

A Travers Elles - eine Bildausstellung von Carole Mathieu Castelli in städtepartnerschaftlicher Initiative der Städte Freudenstadt und Courbevoie

Die digitale Ausstellung der Fotografin und Regisseurin Carole Mathieu Castelli zeigt Intepretationen von Gefühlen weiblicher Gewaltopfer. Anhand zahlreicher Erlebnisberichte hat die Regisseurin und Fotografin die bschriebenen emotionalen Verfassungen protokolliert und berühmte Schauspielerinnen gebeten, sie zu interpretieren. Dahinter steht die Idee einer Sensibilisierungsmaßnahme mithilfe eines Ansatzes, bei dem die Betroffenheit, die Ästhetik und die Sensibilität im Vordergrund stehen.
Zur Ausstellung

One Billion Rising (englisch für Eine Milliarde erhebt sich) ist eine weltweite Kampagne für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen und für Gleichstellung. Sie wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler initiiert.Die eine „Milliarde“ deutet auf eine UN-Statistik hin, nach der eine von drei Frauen in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer einer Schweren Körperverletzung werden.

„Stärker als Gewalt“ ist eine bundesweite Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist im November 2019 gestartet und ist Teil des Aktionsprogrammes der Bundesregierung „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“. Die Initiative setzt sich zum Ziel dazu beizutragen, dass mehr betroffene Frauen und Männer Mut haben, sich wehren, wenn sie von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen sind, dass mehr Menschen im Umfeld von betroffenen Personen hinsehen und ihnen helfen, und dass in der Corona-Krise mit der Aktion „Zuhause nicht sicher?“ alle Betroffenen Hilfe finden, die zuhause von Gewalt bedroht sind.

Feminizidmap.org ist ein (ehrenamtlich gestartetes) Projekt, das durch den Aufbau einer Datenbank alle Femi(ni)zide und Tötungsdelikte an Frauen* sowie Mädchen* in Deutschland dokumentiert. Das Projekt wurde in erster Linie als Antwort auf die Grenzen gegenwärtiger Kriminalstatistiken in Bezug auf Femi(ni)zid-Fälle konzipiert. Ziel ist es, geographische Bezüge zu den Verbrechen herzustellen, Daten zu sammeln und zu systematisieren, um Berichte zu erstellen und Analysen auf der Grundlage dieser durchzuführen, die langfristig Personen, die sich mit Gewalt gegen Frauen* und Mädchen* befassen, von Nutzen sein werden. Der Begriff Femi(ni)zid bezieht sich auf Tötungen von Frauen* und Mädchen* durch Männer. Diese finden im Kontext hierarchischer Machtverhältnisse statt, in denen die getöteten Subjekte – Frauen/Mädchen – eine untergeordnete Position innerhalb der Machtstruktur einnehmen.

Ökumenischer Frauengottesdienst zum Aktionstag gegen Gewalt an Frauen: Schrei nach Leben am 25.11.2021 um 18:00 Uhr in der Katholischen Kirche St. Michael, Waldemarstraße 8-10, 10999 Berlin.

Femizid - Wenn Männer Frauen töten, eine Dokumentation des ZDF. Jeden dritten Tag bringt ein Mann in Deutschland seine Partnerin oder Ex-Partnerin um. Femizid heißt das Phänomen, wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. In den Medien werden die Taten häufig als "Familiendrama" verharmlost. Eine ausführliche Berichterstattung findet vor allem über sogenannte Ehrenmorde als migrantisches Problem statt. Gewalt gegen Frauen betrifft jedoch alle gesellschaftlichen Gruppen. In der Dokumentation kommen Frauen zu Wort, die selbst physische, psychische, ökonomische und strukturelle Gewalt erlebt haben, und Frauen, die Femizide in ihrem unmittelbaren Umfeld erfahren mussten.

Sprechen und Schweigen über sexualisierte Gewalt, eine Veranstaltung des Landesfrauenrats am 13. Dezember 2021 um 18 Uhr. Die Autorin Lilian Schwerdtner wird aus ihrem kürzlich erschienenen gleichnamigen Buch lesen und zum Gespräch darüber einladen. "Es ist vergleichsweise einfach, sexualisierte Gewalt auf einer allgemeinen Ebene zu verurteilen − aber Betroffene mit realen, traumatisierenden, möglicherweise uneindeutigen Erlebnissen und leugnenden Täter*innen tatsächlich beizustehen, sie zu unterstützen und ihre Erfahrungen bedingungslos anzuerkennen, ist etwas ganz anderes.", so Lilian. Anmeldung erforderlich unter: mitarbeiterin@lfr-berlin.de.