Erinnerungskultur an der KHSB: Die Büste von Prof. Paul Lazarus
Die KHSB versteht Erinnerungskultur als Teil ihrer Verantwortung gegenüber der Geschichte des Hochschulstandortes und den Menschen, die ihn geprägt haben. Ein besonderes Zeugnis dieser Geschichte ist die Bronze-Büste von Prof. Dr. Paul Lazarus.
Kunstwerk mit persönlicher Geschichte
Die Büste wurde 1931/32 von der renommierten Bildhauerin Lilli Wislicenus-Finzelberg geschaffen. Anlass war ein persönlicher Dank: Prof. Lazarus hatte den einzigen Sohn der Künstlerin mit einer damals innovativen Radiumtherapie behandelt.
Dadurch konnte nicht nur sein Leben gerettet, sondern auch seine Sprechfähigkeit erhalten werden. Aus Dankbarkeit schuf Wislicenus-Finzelberg das eindrucksvolle Porträt des Arztes in Bronze.
Paul Lazarus: Arzt, Wissenschaftler und Pionier
Paul Lazarus gehörte zu den bedeutenden Medizinern seiner Zeit. Als Chefarzt des damaligen St. Antonius-Krankenhauses, auf dessen Gelände sich heute die KHSB befindet, leistete er wichtige Beiträge zur Entwicklung der modernen Strahlentherapie. Sein hohes Engagement für Patient*innen, seine wissenschaftliche Arbeit und sein internationales Renommee machten ihn weit über Berlin hinaus bekannt.
Mit seinem Wirken steht Lazarus beispielhaft für eine Medizin, die wissenschaftlichen Fortschritt mit menschlicher Fürsorge verbindet. Seine Arbeit trug dazu bei, zahlreiche Menschen erfolgreich zu behandeln und Leben zu retten.
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Die Künstlerin Lilli Wislicenus-Finzelberg
Lilli Wislicenus-Finzelberg (1872–1939) war eine international anerkannte deutsche Bildhauerin. Ihre Werke fanden insbesondere in Berlin große Beachtung.
Bereits während ihrer Ausbildung machte sie auf sich aufmerksam: 1892 präsentierte sie erstmals Werke auf der “Berliner Akademieausstellung”, ein Jahr später waren ihre Bronzeplastiken auf der Weltausstellung in Chicago zu sehen.
Als langjähriges Mitglied des “Vereins der Berliner Künstlerinnen” etablierte sie sich als freischaffende Künstlerin in Berlin und erhielt zahlreiche öffentliche und private Großaufträge. Mit ihren Porträtbüsten und Skulpturen gehörte sie zu den anerkannten Bildhauerinnen ihrer Zeit.
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Ort der Erinnerung
Die Büste kehrte im Jahr 2013 an ihren historischen Wirkungsort zurück. Im Rahmen eines Gedenksymposiums der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO), der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) und der KHSB wurde sie von Nachfahren von Paul Lazarus an die Hochschule übergeben.
Seitdem erinnert das Kunstwerk nicht nur an einen herausragenden Arzt und Wissenschaftler, sondern auch an die Geschichte des ehemaligen Krankenhauses und die Menschen, die hier gewirkt haben.
Die Büste von Paul Lazarus verbindet auf besondere Weise Kunst, Wissenschaft und Geschichte. Als sichtbares Zeichen der Erinnerungskultur an der KHSB lädt sie dazu ein, sich mit der Vergangenheit des Hochschulstandortes auseinanderzusetzen und das Wirken einer Persönlichkeit kennenzulernen, die diesen Ort nachhaltig geprägt hat.
Die Büste befindet in einer Vitrine im ersten Obergeschoss im Präsidiumsbereich nahe des Ostflügels und kann während eines Besuchs der Hochschule besichtigt werden.
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