Laufender Kurs: Theatertherapie 9

Neben Musik-/Tanz- und Kunsttherapie gehört Theatertherapie zu den vier künstlerischen Therapieformen. Der Zertifikatskurs verbindet die ursprüngliche Heilfunktion des Theaters mit Verfahren moderner Psycho- und Sozialtherapien und findet dadurch zunehmend Anwendung in den sozialen Arbeitsfeldern, dem Gesundheitswesen sowie in Coaching und Teambildung.

Bewerbungsfrist
war der 01. April 2023
Studiendauer
18 Module
Studienform
Blockseminare (insg. 1200 UE)
Kosten
9.900 € insg. für 4 Jahre (ohne Unterkunft und Verpflegung)
Kursbeschreibung und Struktur

Die Theatertherapie ist eine künstlerische Therapieform, die seit über 50 Jahren in den USA, England und den Niederlanden fest etabliert ist, zunehmend auch im deutschen Raum. Sie stellt eine fruchtbare Verbindung zwischen der ursprünglichen Heilfunktion des Theaters und Verfahren moderner Psychotherapien her. Als künstlerische Therapie legt sie ihren Fokus auf kreative Prozesse, bei denen Zugänge zu vorhandenen Ressourcen gesucht werden. Gegenwartsbezogene und handlungsorientierte Aspekte sowie die therapeutische Beziehung stehen im Vordergrund.

Die Weiterbildung vermittelt die Anwendung theatertherapeutischer Verfahren auf der Basis eines systemischen Grundverständnisses in klinischen sowie psychosozialen Arbeitsfeldern, in der Arbeit mit Organisationen im sozialen sowie im gesellschaftlichen Umfeld, in körpertherapeutischen und performativen Prozessen und umfasst die Einzel- wie auch Gruppentherapie.

Die Weiterbildung besteht aus einer dreijährigen Ausbildungs- und einer Anwendungsphase, die im vierten Ausbildungsjahr unter supervisorischer Begleitung absolviert wird. 

Die insgesamt 4-jährige Weiterbildung umfasst 1.200 UE mit einem Gesamt-Workload von 3.175 Stunden, bestehend aus:

  • 17 Ausbildungsmodulen, zwei dieser Module sind die jährlich von der DGfT durchgeführten Sommerakademien, einem 4-tägigen internationalen Symposium zu aktuellen Theatertherapieansätzen in Theorie/Forschung und Praxis
  • selbstorganisierten regionalen Lern- und Intervisionsgruppen,
  • einem Praktikum in einem künstlerischen oder therapeutischen Arbeitsfeld,
  • einem Assessment nach dem dritten Jahr als Zulassung zur Praxisphase,
  • einer Anwendungsphase im vierten Jahr in einem selbstgewählten Praxisfeld, bei dem das Gelernte in einem theatertherapeutischen Projekt angewandt wird unter supervisiorischer Begleitung (3 Supervisions-Wochenenden + 40 Std. Einzel-/Gruppensupervision),
  • ein Abschlusskolloquium nach dem dritten Jahr und eine schriftliche Abschlussarbeit.
Ziele

Die TeilnehmerInnen werden dazu befähigt, mit unterschiedlichen Zielgruppen in psycho- und soziotherapeutischen Arbeitsfeldern theatrale Medien als künstlerische Therapiemethode sowohl für Einzelne als auch für Gruppen einzusetzen. Dazu erwerben sie:

  • Elemente des künstlerischen Theater-»Handwerks« in ihrer Anwendung für therapeutische Ziele: Körper-, Atem-, Stimm- und Textarbeit, Szenen- und Rollengestaltung, Inszenierung/Regie
  • Grundlagen des psychotherapeutischen »Handwerks«: Entwicklungs- und Heilungsmodelle, Störungsbilder/Psychopathologie, Diagnostik, Interventionstechniken/Krisenintervention, Gruppendynamik, therapeutische Beziehung und Haltung
  • Theatertherapeutische Methoden und ihre Indikation: Analyse von Körper- und Symbolsprache, Rollendiagnostik, theatertherapeutische Prozessbegleitung und biographisch zentrierte Szenenarbeit, theatrale Intervention, Arbeit mit Ritualen und imaginativen Verfahren

     

  • Theatertherapeutische Ansätze zur Erprobung sowie Erschließung neuer Perspektiven. zur Förderung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in der Balance von individueller Autonomie und Einbindung in Systemstrukturen.
  • Besonders wichtig ist es uns, in der Theatertherapie eine Begegnung mit existentiellen Themen des Menschseins im nicht-alltäglichen Raum zu ermöglichen als Basis zur individuellen und kollektiven Sinngebung.
  • Die Entwicklung einer therapeutischen Haltung, die dazu befähigt, innere Prozesse bei sich und anderen mit Achtsamkeit wahrzunehmen, zu reflektieren und entwicklungsfördernd zu nutzen.
Zielgruppe

Diese berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Menschen, die in heilenden, künstlerischen und pädagogischen Berufsfeldern oder in der Organisations- und Personalentwicklung tätig sind, beispielsweise:

  • Ärzte/Ärztinnen,
  • Therapeut*innen,
  • Sozialpädagog*innen,
  • Schauspieler*innen,
  • Alten-/Gesundheitspfleger*innen,
  • im Management Tätige.

Arbeitsfelder

Theatertherapie kann in klinischen und psychosozialen Feldern als Einzel-, Paar- und Gruppentherapie angewandt werden.
Theatertherapeuten arbeiten z. B. in

  • psychiatrischen/psychosomatischen/psychotherapeutischen Kliniken und Einrichtungen
  • Suchteinrichtungen
  • ambulanten und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe
  • in Projekten und Einrichtungen für Geflüchtete, Migranten, Traumatisierte u.a.
  • Schulprojekten und Brennpunktschulen
  • Justizvollzugsanstalten und Bewährungshilfe
  • Frauenhäusern
  • Beratungsstellen
  • Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe
  • Hospizen
  • den Bereichen Coaching, Teambildung, Organisations- und Managementberatung
  • in freier Praxis
Teilnahmevoraussetzungen
  • Mindestalter 25 Jahre,
  • abgeschlossene Berufsausbildung im sozialen, künstlerischen, therapeutischen/medizinischen Bereich, in der Organisationsentwicklung oder im Personalmanagement,
  • mindestens 2-jährige Berufserfahrung,

     

  • mind. 60 Stunden Eigentherapie, (können/ sollen z.T. während der Ausbildungszeit absolviert werden),
  • Teilnahme an einem der Zulassungsseminare.
Modulübersicht

Die Weiterbildung besteht aus 18 Modulen. Die Module beginnen jeweils am Mittwoch um 18 Uhr und enden am Sonntag um 14 Uhr.
Arbeitszeiten: Mi 18 – 21:30 Uhr, Do & Fr 10 – ca. 20 Uhr, Sa 10 – ca. 21 Uhr, So 10 – 14 Uhr

Theater als kollektives Erfahrungs- und Ausdrucksmedium und theatertherapeutische Selbsterfahrung
Die Basisphase der Weiterbildung dient der Eigenerfahrung von bewegungs- und theatertherapeutischen Methoden und der Erarbeitung der grundlegenden Theorieansätze

Theatertherapeutische Prozessgestaltung
Die Vertiefungsphase ist der Anwendung der Theatertherapie zur Gestaltung und Steuerung von therapeutischen Prozessen bei verschiedenen Symptombildern und Zielgruppen gewidmet.

Die 3. Phase der Ausbildung dient der Entwicklung der persönlichen Identität als Theatertherapeut*in bei der Übung der Therapeutenrolle im sicheren Kontext der Ausbildungsgruppe. Zentral dabei ist die beständige Überprüfung des eigenen therapeutischen Handelns und der persönlichen Übertragungsmuster als ethische Grundhaltung eines/einer Therapeut*in

Im Zentrum der Anwendungsphase steht die eigenständige Durchführung eines theatertherapeutischen Prozesses in einem selbst gewählten Praxisfeld unter supervisorischer Begleitung und die anschließende Dokumentation sowie Reflexion dieser praktischen Erfahrungen in der Abschlussarbeit.

Die drei Weiterbildungswochenenden mit der Gesamtgruppe (Modul 19) dienen der fachsupervisorischen Begleitung und Unterstützung der Weiterbildungsteilnehmer*innen bei ihrer Erprobung der individuellen therapeutischen Arbeit im Praxisfeld sowie der beruflichen Implementierung.

  • Vertiefung der Methodensicherheit und Identitätsbildung als Theatertherapeut*in
  • Auftragsklärung, Zielvereinbarungen und Dokumentation
  • Fallsupervision mit besonderem Augenmerk auf Übertragungsphänomene
  • Umgang mit Selbstfürsorge und Stärkung persönlicher Ressourcen
Termine
Lehrteam

Gesamtleitung 

  • Franca Casabonne und
  • Wilhelm Seidel


Dozent*innenteam 

  • Bettina Stoltenhoff-Erdmann
  • Daniela Debald
  • Ilil Land Boss
  • Ingrid Lutz
  • Jakob Heydemann
  • Maren Schlüter
  • Nora Heil und
  • ggf. Fachdozent*innen für spezifische Inhalte
Kooperationspartner

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (DGfT), durchgeführt vom

Veranstaltungsort

Europäisches Theaterinstitut (ETI)
Rungestr. 20
10179 Berlin
(ausgenommen die Sommerakademie)

Abschluss

Die Ausbildung wird nach dem 4. Jahr abgeschlossen mit 

  • dem Nachweis der erbrachten Weiterbildungsleistungen durch das Studienbuch
  • einer schriftlichen Dokumentation und Reflexion zum Praxisfeld im Rahmen der Anwendungsphase, die von 2 Dozent*innen beurteilt und abgenommen wird.

Nach erfolgreicher Beendigung des Kurses erhalten Sie ein Zertifikat der KHSB, der DGfT (dem Berufsverband der deutschen Theatertherapeut*innen) und der ITT mit dem Titel "Künstlerische Therapeutin / Künstlerischer Therapeut / Theatertherapie".  Der Abschluss berechtigt zur selbständigen Anwendung von Theatertherapie für Einzelne und Gruppen.

Kosten
  • 9.900,- € insg. für 4 Jahre (ohne Unterkunft und Verpflegung), zahlbar in vierteljährlichen Raten. Die Kosten für die drei Wochenenden der Praxisphase sind darin enthalten, nicht die Einzel- und Gruppensupervisionen der Praxisfeldbegleitung (dafür sind zusätzlich insgesamt mindestens 600 € zu veranschlagen)
  • 200 € Zulassungsseminar
  • 250 € für das Abschluss-Assessment zum Abschluss der Transferphase
  • 300 € Betreuung der Abschlussdokumentation durch 2 Dozent*innen
  • Nicht enthalten sind die Kosten für Einzel- bzw. Gruppensupervision in der Praxisfeldbegleitung, die mit den jeweiligen Lehrsupervisor*innen extra abgerechnet werden, sowie eventuell anfallende Kosten für therapeutische Selbsterfahrung, Unterkunft und Verpflegung.

     

Ansprechpersonen Sie haben Fragen? Wir helfen Ihnen gern weiter.
Margit Wagner

Margit Wagner

Studiengangskoordination MRMA / Referat Weiterbildung
Termin nach Vereinbarung
Raum 2.068
FC

Franca Casabonne

Leitung Theatertherapie
Termin nach Vereinbarung
WS

Wilhelm Seidel

Leitung Theatertherapie
Termin nach Vereinbarung