Offenes Ohr, offener Raum: Hochschulseelsorge an der KHSB
Seit Herbst 2026 ist Pater Felix Meckl OSA (Orden des Heiligen Augustiner) Hochschulseelsorger an der KHSB. Der 43-jährige Augustiner, geboren in Weiden in der Oberpfalz, begleitet Studierende und Mitarbeitende in unterschiedlichen Lebenslagen und schafft Räume für Begegnung, Austausch und Orientierung. Im Interview spricht er über seinen Weg in die Hochschulseelsorge, sein Verständnis von Seelsorge an einer modernen Hochschule und darüber, warum seine Angebote allen Hochschulangehörigen offenstehen – unabhängig von religiöser Überzeugung oder persönlichem Hintergrund. Außerdem berichtet er, welche Schwerpunkte er an der KHSB setzen möchte und wie Seelsorge gerade in herausfordernden Zeiten Unterstützung bieten kann.
Was hat Sie dazu bewogen, Hochschulseelsorger zu werden?
Nach zehn Jahren München (Strategische Personalgewinnung im Ordinariat und Wallfahrtsseelsorge) stand eine berufliche Veränderung an. Als Augustiner sondierte ich an Standorten, an denen wir ein Kloster haben. Die Stellenausschreibung für die Hochschulseelsorge in Berlin fand ich am attraktivsten, daher habe ich mich dort in Absprache mit meinen Oberen beworben.
Welche Stationen Ihres bisherigen Weges haben Sie auf diese Aufgabe vorbereitet?
In jeder meiner bisherigen Stationen durfte ich Neues erfahren und hinzulernen. Was genau mich für die Aufgabe als Hochschulseelsorger in Berlin qualifiziert, muss man jene fragen, die mich eingestellt haben. Seit meiner eigenen Studienzeit in Würzburg und Rom (2003-2008) hat sich das Leben von Studierenden stark verändert. Ich bringe also einen anderen Blick mit und viel Neugier, denn ich will erfahren, wie es heute ist, und Studierende begleiten.
Was bedeutet Hochschulseelsorge für Sie persönlich?
Für mich bedeutet Hochschulseelsorge, dass wir als Team die ganze Hochschule im Blick haben und nicht nur die Studierenden. Auch der sog. Mittelbau, wie auch die Professorenschaft bedürfen hin und wieder der Seelsorge, haben Interessen und sind darüber hinaus wichtige Kooperationspartner auf vielen Ebenen. Schwerpunktmäßig geht es natürlich um die Studierenden und deren Anliegen. Bei den meisten beginnt das Studium mit einer „Krise“ (Auszug von zuhause, Umzug in eine neue Stadt, sich verändernde Beziehungen, anfängliche Einsamkeit, mehr Eigenverantwortung, Uni statt Schule etc.) und das zusätzlich in der Metropole Berlin. In dieser Zeit und bis zum Studienende wollen wir da sein, ansprechbar sein, begleiten.
Welche Rolle kann Seelsorge heute an einer Hochschule spielen – auch für Nicht-Religiöse?
Die Angebote der Hochschulpastoral sind generell für alle offen. Wir versuchen den Spagat zwischen Niederschwelligkeit und Anspruch stets neu auszuloten. Die meisten Hochschulen sehen keinen Bedarf für Seelsorge, berufen sich auf die Neutralitätspflicht, haben Vorurteile gegenüber der katholischen Kirche und wollen daher keinen Kontakt. Wir investieren also viel in Netzwerkarbeit und Werbung, um auf unsere Angebote aufmerksam zu machen. Im Kontakt mit den Studierenden entstehen aus deren Bedürfnissen immer wieder Ideen und konkrete Angebote.
Welche Schwerpunkte möchten Sie in Ihrer Arbeit hier setzen?
Wir wollen mehr dezentrale Angebote über ganz Berlin schaffen. Die Stadt ist so groß und die Wege so weit, einen echten Campus gibt es nicht. Daher wollen wir überall, wo Studierende wohnen oder arbeiten, Räume eröffnen und Gemeinschaft ermöglichen. Themen und Inhalte, die dabei entstehen, wollen wir aufbereiten und in Angebote gießen. Auch zielgruppenspezifische Angebote (über den
Wie möchten Sie sich in das Hochschulleben einbringen? Planen Sie konkrete Angebote?
Wir wollen für die verschiedenen Gruppen ansprechbar oder wenigstens erreichbar sein. Bei 42 Hochschulen mit ca. 220.000 Studierenden in Berlin ist das natürlich zu relativieren. Auf Einladung kommen wir gerne, bringen uns ein oder sind über E-Mail und Handy erreichbar, wenn einmal Bedarf für Seelsorge besteht.
Wie kann Seelsorge in akuten Belastungs- oder Krisensituationen unterstützen?
Mit unseren Formaten versuchen wir auf den Semesterverlauf zu reagieren. In den stressigen Prüfungszeiten bieten wir Co-Working mit Rundum-Versorgung und geistlichen Impulsen an, in der vorlesungsfreien Zeit Ausflüge und Reisen.
Bei der Gesprächsseelsorge setzen wir auf Zuhören und unterstützen, wo Hilfe gewünscht und möglich ist.
Auch stehe ich für Taufgespräche, Hochzeiten oder die Krankensalbung (vor einer OP oder in einer Krankheit) zur Verfügung.
Wo und wie kann man Sie an der Hochschule antreffen?
Die KHSB ist sehr gastfreundlich. Meine Kolleginnen und ich sind immer wieder zu Gottesdiensten eingeladen, machen Angebote am Beginn jedes Semesters. Eine feste Präsenzzeit und ein fester Ort sind nicht machbar. Aber man kann uns jederzeit erreichen. Oder du kommst einfach mal in der
Was möchten Sie den Studierenden und Mitarbeitenden zum Start mit auf den Weg geben?
Da greife ich gern auf den Eröffnungsgottesdienst zu Beginn des Wintersemesters 2026/2027 zurück: Ihr habt von Gott eine Würde geschenkt bekommen, unabhängig von euren Leistungen. Schöpft Kraft aus dieser Gewissheit in allen Begegnungen.
Gibt es einen Gedanken oder ein Motto, das Ihre Arbeit an unserer Hochschule prägen soll?
In meiner Emailsignatur verwende ich ein Zitat des Hl. Augustinus, dessen Spiritualität ich sehr schätze und der ja auch mein Ordensvater ist
„Lasst uns Gott suchen. Und wenn wir Gott gefunden haben, lasst uns weiter nach Gott suchen.“
Wir danken Pater Felix Meckl OSA für das Gespräch und wünschen ihm für seine Arbeit an der KHSB einen guten Start, viele bereichernde Begegnungen und Gottes Segen.