Die edelste Kunst ist die, andere glücklich zu machen
Seit sechs Jahren bereichert er Gottesdienste, akademische Feiern und besondere Veranstaltungen der KHSB mit seinem musikalischen Können. Ob am Klavier oder an der Orgel Roman Akuratnov schafft es immer wieder, feierlichen Momenten eine besondere Atmosphäre zu verleihen.
Im Interview spricht der 37-jährige Musiker über seinen Weg zur Musik, die Bedeutung des Klavierspiels in seinem Leben und darüber, welche Rolle Spiritualität für sein Musizieren spielt. Er verrät, wie er sich auf Gottesdienste und Hochschulfeiern vorbereitet und welche musikalischen Erinnerungen ihn mit der KHSB verbinden.
Welche Bedeutung hat Musik in Ihrem Leben?
Vor ca. neun Jahren habe ich den Schritt von der Wirtschaft in die Musikbranche gewagt. Seitdem umgibt mich Musik von morgens bis abends. Sei es die Arbeit mit meinen Schülern, Chören, Orgelspiel, Komponieren meiner eigenen Musik oder auch einfach Musizieren – Musik ist mein ständiger Begleiter – mein Beruf, meine Freizeit, meine Leidenschaft.
Wie sind Sie zur Musik gekommen – und wann haben Sie das Klavierspiel für sich entdeckt?
Schon als kleines Kind war ich von Klaviermusik begeistert. Also haben mich meine Eltern nach vielen Bitten bereits in jungen Jahren in die Musikschule geschickt.
Gibt es Stücke, die Sie besonders gern bei Gottesdiensten und Hochschulfeierlichkeiten spielen? Warum?
Ich spiele gern moderne Stücke, Filmmusik oder auch weltbekannte Lieder. Dann spüre ich, wie das Publikum lebendig wird, weil Musik aus ihrem Alltag erklingt und sie das Thema anspricht.
Wie bereiten Sie sich auf einen Gottesdienst oder eine akademische Feier vor?
Die Musik sollte im Einklang mit dem Thema stehen. Außerdem sollten auch andere Faktoren berücksichtigt werden, wie das Durchschnittsalter des Publikums, Ort und Zeit. Auch die Texte der Lieder lese ich vorher durch. Oft kommen auch Wünsche von Doziernden und Studierenden.
Gibt es einen Moment an der KHSB, der Ihnen musikalisch besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich würde nicht einen bestimmten Moment, sondern viele nennen. Das sind die Abschlussfeiern, unabhängig vom Studiengang. Die Freude der Studierenden zu erleben, die sich für einen Beruf entschieden haben, in dem sie anderen Menschen helfen, und ihr Studium dafür erfolgreich abgeschlossen haben, berührt mich immer besonders.
Wenn Sie die KHSB musikalisch beschreiben müssten: Welche Melodie, welches Lied oder welcher Musikstil würde dazu passen – und warum?
In der Tat wird sehr oft ein Lied gewünscht, mit dem ich das Leben und die Wirkung der KHSB beschreiben könnte: „What a Wonderful World“ von Louis Armstrong – ein Lied, das trotz aller Probleme auf der Welt zu Optimismus, Hoffnung und Glauben an Menschen ermutigt.
Welche Rolle spielt Spiritualität für Ihr Musizieren?
Ich schöpfe daraus Kraft und Inspiration. Mein selbst komponiertes Stück “Wiederkehr” (unter dem Künstlernamen Roman Avelin), das davon erzählt, wie man zu sich selbst findet, ist der beste Ausdruck dafür. (Zu finden auf
Was bedeutet es für Sie, Menschen durch Musik in wichtigen Lebensmomenten zu begleiten – etwa bei Gottesdiensten, Abschieden oder Feiern?
Es ist eine besondere Erfahrung, Menschen einen musikalischen Hintergrund zu schaffen, während sie dem „Ewigen“ begegnen. Es ist einfach ein schöner Beruf, ihnen auf diese Weise nah zu sein, zu ihrem Glück beizutragen oder auch etwas Trost oder einfach Ruhe auf diese Weise spenden zu können.
Welche Kraft kann Musik Ihrer Ansicht nach für Gemeinschaft und Zusammenhalt entfalten?
Musik zusammen zu erleben oder noch besser zusammen zu schaffen, z. B. in Form des gemeinsamen Singens, ermöglicht eine Ebene, auf der es keine Rolle spielt, woher wir kommen, welche Berufe oder Meinungen wir haben. Aus solchen Erfahrungen – in denen wir betonen, nicht was uns trennt, sondern was wir gemeinsam haben – können wir viel für die heutige Zeit schöpfen.
Was möchten Sie den Menschen an der KHSB durch Ihre Musik mitgeben?
Musik soll dem Menschen nicht fern sein, sie lebt und atmet mit uns. Sie soll uns eine Stütze sein, unsere Gedanken auf das Gute lenken, uns immer wieder an unsere Stärken erinnern, Mut spenden und nicht zuletzt an die kleinen, aber auch großen Wunder dieser Welt erinnern. So möchte ich sie gestalten.
Haben Sie ein Lieblingsstück, das Sie mit Hoffnung oder Zuversicht verbinden bzw. das Sie besonders berührt?
Eines meiner Lieblingsstücke ist „A Million Dreams“ aus dem Musical-Film The Greatest Showman, auch gecovert von Pink. Ein Lied, das zum Glauben an seine Träume ermutigt. In diesem Film wird die Geschichte von P. T. Barnum erzählt. Von ihm stammt mein Lieblingszitat: „Die edelste Kunst ist die, andere glücklich zu machen.“
Wir danken Roman Akuratnov herzlich für das Gespräch und dafür, dass er mit seiner Musik seit vielen Jahren Menschen an unserer Hochschule zusammenbringt und sie in den besonderen Momenten begleitet.