Der jüngst veröffentlichte Teilhabebericht des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik macht deutlich: In Berlin sind Menschen mit Beeinträchtigung in ihrer Selbstbestimmung nach wie vor in vielen Lebensbereichen strukturell und sozial benachteiligt.
Wie das ganz alltagspraktisch aussieht, veranschaulichten auf der Teilhabe-Demonstration am 12.9.2026 Adina Hermann von und Jenny Bießmann von der Interessenvertretung mit ihren emotionalen Redebeiträgen. Aus der Betroffenenperspektive schilderten sie Hürden, denen Frauen mit Beeinträchtigungen ausgesetzt sind, wenn sie Schutz vor Gewalt – von der sie überproportional oft betroffen sind – suchen. Bildhaft illustrierten sie welche Auswirkungen es hat, wenn Betroffene als unbeschulbar eingestuft, Bildungswege verbaut werden und die einzige Perspektive Arbeit in Werkstätten weit unter dem Mindestlohn darstellt. Eindringlich sprachen sie sich für ein stärkeres Mitspracherecht von Interessenvertreter*innen und Betroffenen aus.
Die Grenzen der Daseinsversorgung und des gesellschaftlichen Mitwirkens erleben nicht nur Menschen mit Beeinträchtigungen, sondern auch solche mit Fluchterfahrung, Sprachbarrieren, Alleinerziehende oder von Armut Betroffene – um nur einige begünstigende Faktoren für Diskriminierungserfahrungen zu nennen. So kamen auf dem Teilhabe-Demozug viele unterschiedliche Akteur*innen einer lebhaften Zivilgesellschaft zu Wort: : eine Wohnungslosen-Initiative forderte die systematische Erfassung des Leerstands statt Zwangsräumungen, der Deutsche Bundesverband für Soziale Arbeit skizzierte Folgen von Kürzungsmaßnahmen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Gewerkschaften im Bildungs- und Gesundheitswesen machten sich für faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen stark.
Bei bestem Wetter schloss unterwegs der Demozug zum „Schutz der Demokratie und Menschenrechte“ u.a. der mit trommelnden Omas gegen Rechts auf. Schließlich mündeten die insgesamt sieben Demozüge bei der Abschlusskundgebung am Roten Rathaus. Neben mehreren anderen Städten, in denen zahlreiche Bündnisse friedliche Proteste organisierten, setzen in Berlin – mit Blick auf die anstehenden Wahlen für das Abgeordnetenhaus – an dem Tag über 30.000 Menschen ein Zeichen für Weltoffenheit, demokratische Grundwerte sowie eine solidarischere und klimabewusstere Politik. Gemeinsam mit mehr als 100 Organisationen gingen auch Mitarbeitende der KHSB auf die Straße, um für soziale Infrastruktur, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe einzutreten.
Wer die Organisator*innen der Sterndemo Hand in Hand finanziell unterstützen will, kann unter folgendem Link spenden: