Akademischer Austausch in Tschechien: Dr. Serafina Morrin berichtet
Dr.
Ich habe die Einladung nach Ostrava ohne große Erwartungen angenommen – und wurde gleich mehrfach überrascht. Die Stadt wirkte auf den ersten Blick ruhig, fast ein wenig verschlafen. Doch mitten in dieser Gelassenheit erhebt sich die
Schon vor meiner Anreise wurde mir deutlich, dass die Faculty of Social Studies und die Faculty of Education nicht zusammenarbeiten. Studiengänge wie Soziale Arbeit und Sozialpädagogik existieren nebeneinander, bleiben dabei jedoch klar voneinander getrennt.
Vor Ort war ich dann gleich doppelt gefordert: mit zwei interaktiven Vorträgen – einer für Studierende der Sozialpädagogik und einer für Studierende der Sonderpädagogik. In der ersten Gruppe ging es um große Fragen: Wie hängen Zukunft, Demokratie und soziale Transformation zusammen – und was passiert, wenn wir diese Themen nicht nur rational, sondern auch über Emotionen und Imagination betrachten? Die Diskussionen waren lebendig, manchmal überraschend persönlich und haben gezeigt, wie stark Zukunftsvorstellungen auch gefühlt werden.
Ganz anders – aber nicht weniger intensiv – die zweite Einheit im Seminar „Dramatic Education with Risk Groups“. Hier wurde es praktisch: Mit spielerischen Methoden haben wir ausprobiert, wie sich Sprachfähigkeiten fördern lassen. Es wurde gelacht, improvisiert, ausprobiert – und nebenbei deutlich, wie viel Kraft in kreativen Zugängen steckt.
Besonders eindrücklich war auch der Austausch mit Kolleg*innen zu gemeinsamen Forschungsaktivitäten. Dabei bin ich auf einen Umstand gestoßen, der mich innehalten ließ: In der Tschechischen Republik ist das ausdrückliche gesetzliche Verbot körperlicher Bestrafung von Kindern erst ganz frisch. Die entsprechende Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches wurde am 17. Juli 2025 unterzeichnet und trat am 1. Januar 2026 in Kraft.
Der Aufenthalt in Ostrava hat somit vielfältige Einblicke eröffnet und Impulse für zukünftige fachliche und wissenschaftliche Fragen gegeben.