Neuerscheinung | Die Rolle von Comics in der qualitativen Sozialforschung
Prof. Dr.
Das interdisziplinär angelegte Werk zur Literalitätsforschung wendet sich gegen eine einseitige Definition von Literalität und widmet sich als einziges Buch der Einbeziehung gering literalisierter Menschen in die empirische Sozialforschung.
Neuere Literalitätsforschung betont, dass Literalität nicht als isolierte Fähigkeit betrachtet werden kann, sondern als sozial und kulturell eingebettet. Anstatt sich ausschließlich auf die technischen Aspekte des Lesens und Schreibens zu konzentrieren, hebt sie die Bedeutung von Kontexten, Praktiken und Machtstrukturen hervor. Dabei ist die Anerkennung der Vielfalt literarischer Kompetenzen und Praktiken, die über traditionelle Alphabetisierung hinausgehen, zentral. Nach einem einführenden Blick auf die verwendeten Begrifflichkeiten und konzeptionellen Ideen der Literalitätsforschung werden in diesem Beitrag die Notwendigkeit und die Möglichkeiten sowohl etablierter als auch innovativer qualitativer Forschungszugänge und -praktiken für diese Zielgruppe dargestellt und erörtert. Comics werden als ein wirkungsvolles Medium in der qualitativen Forschung betrachtet, das auch bei geringer Literalität eine wichtige Rolle spielen kann, weshalb ihnen in diesem Beitrag besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird, um die Stimmen und Erfahrungen gering literarisierter Menschen sichtbar zu machen, denn „(…) the arts provide a means through which meanings that are ineffable can be expressed“ (Eisner 2003, S. 343).
Wir wünschen spannende Erkenntnisse beim Lesen!
Wächter, Franziska (2026): Neue Wege der Kommunikation: Die Rolle von Comics in der qualitativen Sozialforschung mit gering literalisierten Menschen. In: Weimann-Sandig, N., Wagner, H., Schneiderat, G., Schneider, J., Möhring, M., Schuhr, J. (eds) Geringe Literalität, hohe Relevanz: Neue Wege für die Sozialforschung. Springer VS, Wiesbaden. S. 193-218.