Zur Sicherung der Geschlechterforschung: Next Generation Gender Studies
Vom 1.-3. Juli versammelten sich rund 30 Wissenschaftler*innen und Expert*innen im Hannoveraner Schloss Herrenhausen, um sich einem Positionspapier zu widmen, das die Bedingungen zur Stärkung von wissenschaftlichem Nachwuchs in den Gender Studies formuliert. Der Scoping-Workshop „Next Generation Gender Studies“ fand unter der Leitung von Dr. Maren Jochimsen und dem Essener Kolleg für Geschlechterforschung statt.
Prof. Dr.
Die Gender Studies haben es momentan nicht leicht im gesellschaftlichen Diskurs. Forschungserfolge der Geschlechterforschung gehen zwar in Allgemeinwissen über und sind zu Grundlagen für politische Entscheidungen geworden, doch als Akteurin tritt die Geschlechterforschung kaum in Erscheinung, um ihre Verdienste beanspruchen zu können. Eine Ursache ist ihre Vielfalt und ihre quer zu akademischen Fächern liegende Logik: Nämlich unterschiedlichste Fächer unter dem Dach der Geschlechterforschung zu versammeln. Gender Studies sind inter- und transdisziplinär. Die öffentliche Imagination eines einheitlichen Faches „der Gender Studies“ ist also ein Märchen, das nur zeigt, wie wenig sich die Kritiker*innen mit den Inhalten oder dem Fach selbst beschäftigen.
Was öffentlich gilt wird aber derzeit im akademischen Betrieb fortgeschrieben: Unter dem Kürzungsdruck, der auf Hochschulen lastet, wird der Rotstift gerade an Personalstellen in der Geschlechterforschung angesetzt. Professuren werden nicht nachbesetzt, mit denen in der Folge ganze Fachbereiche für die Geschlechterforschung wegbrechen - wie an der UdK oder der HU Berlin, wo etwa der Fachbereich „Gender and Globalization“ am agrarwissenschaftlichen Institut betroffen sein wird, wenn kein Wunder geschieht.
Und dennoch - und dieser geschilderte Aspekt ist nur einer in der momentan bedrohlichen Situation, ganz andere Aspekte sind die persönlichen Anfeindungen und Drohungen, denen Forschende immer wieder ausgesetzt sind - ist die Absicherung von Early Careers zu gewährleisten, wie in jeder anderen wissenschaftlichen Disziplin. Gute Bedingungen, gar mehr Geld für Forschende in der Geschlechterforschung auszuhandeln, erscheint zwar derzeit utopisch - aber ohne diese Forderung ist das Fortbestehen der Geschlechterforschung akut bedroht.
Umso mehr ist es zu begrüßen, dass die VW-Stiftung einen Scoping Workshop zur Zukunftssicherung der Geschlechterforschung, insbesondere ihrer Nachwuchswissenschaftler*innen, gefördert hat. Nach Fachvorträgen von Birgit Riegraf, Anke Hinney und der Grande Dame der Gender Studies, Christina von Braun, diskutierte die Runde über die politischen Herausforderungen des Feldes. Später wurden die forschungspolitischen Rahmenbedingungen und das Thema Sichtbarkeit vertieft. Die konzentrierte und produktive Arbeitsatmosphäre, die von der