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Vorstellung der Gleichstellungsbeauftragten der KHSB

Interview

Kurzporträt unserer Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Johanna Warth

Anlässlich des 3. Gleichstellungstages am 06. Oktober 2026 möchten wir Ihnen die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der KHSB, , vorstellen. 

Wir haben Ihr Fragen zu Ihrem Werdegang, Arbeitsschwerpunkten und Anliegen gestellt und möchten Ihnen hier einen Einblick in Ihre Arbeit ermöglichen. 


Wie bist du an der KHSB gelandet und welche Stationen haben deinen beruflichen Weg besonders geprägt?

Ich habe in Berlin an der FU unter anderem Politikwissenschaften studiert, und das war auch der Ort, an dem mich die Geschlechterfragen einfach nicht mehr losgelassen haben. Ich habe mich gefragt, warum die Welt so ist, wie sie ist und warum ich als Frau anders durch Schule, Studium, Beruf – im Prinzip durch das ganze Leben – gehe als Jungs und Männer. Viele Ungerechtigkeiten war ich nicht mehr bereit, hinzunehmen. Natürlich nicht nur in Bezug auf Frauen; ich habe mich immer als intersektionale Feministin verstanden, es ging mir immer um alle Menschen, die in unserer Gesellschaft Benachteiligung erfahren und an den Rand gedrängt werden. Das hat mich auf zahlreiche Demos und schließlich in die Politik auf Landes- und Bundesebene geführt. Dort war ich nicht selbst Politikerin, sondern habe für Politiker*innen gearbeitet. Als ich Mutter geworden bin, war für mich aber auch klar, dass ich eine Erwerbsarbeit brauche, die zu unserem Familienalltag passt. Das war für mich mit Sitzungswochen im Bundestag nicht vorstellbar. Daher war ich sehr glücklich, dass ich als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte an der KHSB eine neue Rolle gefunden habe.


Was begeistert dich an deiner Arbeit am meisten? 

Die Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten darf. Im Bereich feministische Politik und Diversität trifft man so inspirierende Personen, deshalb lässt mich dieser Bereich auch nicht mehr los. Ich finde die Hochschule aber auch insgesamt – als Wissenschaftsstandort, als Raum zur Vernetzung – einfach sehr spannend.


Was ist bislang die spannendste Erfahrung in Deiner Rolle als Gleichstellungsbeauftragte? 

Im Winter 2024 habe ich mit dem Frauenrat zur FLINTA*-Vollversammlung eingeladen und einen Thementag zu digitalem Empowerment und digitaler Gewalt ausgerichtet. Es hat mich stolz gemacht, wie viel wir an diesem Tag auf die Beine gestellt haben.


Gab es Themen oder Projekt, die du besonders gern angestoßen hast? 

Definitiv! Auf Initiative meiner Stellvertreterin Sarah Fassio haben wir einen Antrag im Professorinnen-Programm 2030 gestellt. Für mich war es das erste Mal, dass ich einen Antrag für eine Förderung eines Hochschulprojekts – natürlich nicht alleine – verfasst habe und es ist ein großer Erfolg, dass wir die Förderung erhalten haben. Mit dieser Förderung konnten wir eine Stelle an der KHSB neu schaffen und ganz aktuell unsere neue Kollegin für gleichstellungsfördernde Maßnahmen Dr.in Stephanie Lämmert einstellen. Das ist schon verdammt cool, wenn es mit dem Schreiben eines Antrags beginnt und man zwei Jahre später eine neue Kollegin im Bereich einstellen kann.  


Welche Chancen siehst Du für die Zukunft? Worauf sollten wir als Hochschule unsere Aufmerksamkeit stärker lenken? 

In Bezug auf die Gleichstellung von Frauen steht die KHSB in der Berliner Landschaft der Hochschulen sehr gut da! Wir können und wollen als Hochschule aber noch viel diverser werden. Außerdem ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass wir in unserer Gleichstellungsarbeit Themen aus der Tabuzone holen (Sexismus, Belästigung, Konsens, Überlastung). Ich möchte für Mitarbeiter*innen und Studierende mit den Angeboten, die ich mache, eine Brücke bauen, dass sie sich mit solchen Themen auch an mich wenden können.


Mit welchen Anliegen können sich die Studierenden an dich wenden? 

Im Prinzip mit allen Anliegen, denn ich bin erstmal ansprechbar und kann, wenn es nicht in meine Zuständigkeit fällt, auch an andere Stellen/Personen verweisen. Mein Zuständigkeitsbereich ist die Gleichstellung von Frauen bzw. FLINTA*-Personen an der Hochschule und das umfasst sehr viele Prozesse. Konkreter heißt das: eine weibliche bzw. FLINTA*-Person, die eine Ungleichbehandlung an der Hochschule (oder auch außerhalb) erfahren hat und sich dazu beraten lassen möchte, kann zu mir kommen. Ungleichbehandlung gehen bis in den Bereich sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. Hierzu kann man sich ebenso bei mir oder bei Mitgliedern des Vertrauensrates vertraulich beraten lassen und wenn man dies möchte, auch ein Beschwerdeverfahren einleiten. Das gilt auch für Zeug*innen von Belästigung oder Gewalt. Ich habe aber genauso ein offenes Ohr für Wünsche und progressive Ideen – wenn Studierende sich mehr Vereinbarkeit von Studium und Familie wünschen oder Ideen für (queer-)feministische Veranstaltungen haben, die sie an der Hochschule durchführen wollen, können sie mich ebenso gerne ansprechen.


Kannst du uns eine Literatur- oder Podcastempfehlung geben, die dich inspiriert? 

Wenn ich Zeit habe, höre ich gerne den – hier werden aktuelle feministische Themen sehr differenziert besprochen und da ich nicht mehr so viel Zeit zum Lesen habe, habe ich durch diesen Podcast das Gefühl, ein bisschen im Diskurs zu bleiben.

Wir danken Johanna Warth für Ihren Einsatz für Gleichstellung an der KHSB. 

Foto von Johanna Warth