Tiergestützte Arbeit in der psychosozialen Betreuung
Der Fachtag „Tierisch gut betreut - Chancen und Grenzen von Tieren in der psychosozialen Betreuung“ der PSAG Treptow-Köpenick am 15.10.2026 war gut besucht. Zentrales Thema der Arbeitsgemeinschaft war die Fragestellung: Wie können Tiere Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen und welche Grenzen sind dabei zu beachten?
Im Eröffnungsvortrag „Tiergestütztes Arbeiten zwischen Beziehung, Evidenz und Green Social Work“ beleuchtete
Tiergestütztes Arbeiten erfordert fachliche Kompetenz, klare Ziele und einen reflektierten Umgang mit Chancen und Grenzen. Der Ansatz der Green Social Work erweitert dabei den Blick: Im Mittelpunkt stehen nicht allein Mensch und Tier, sondern auch die sozialen und ökologischen Lebenswelten. Die zentrale Botschaft: Tiergestützte Arbeit bietet wertvolle Möglichkeiten für die psychosoziale Praxis, wenn sie wissenschaftlich reflektiert, fachlich fundiert und zum Wohl von Mensch, Tier und Umwelt gestaltet wird.
Über die wichtige Perspektive der Sicherung von Tierwohl referierte der Oberveterinärrat des Bezirksamts Dr. Carsten Hopperdietzel. Schließlich stellten zahlreiche Träger, die bereits tiergestützt im Bezirk arbeiten, ihre Arbeit vor, wie „My Way Soziale Dienste“, der Drogennotdienst, „Hundedoc“ Jeanette Klemmt, der „Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof Waslala“, „Outreach“ und das „Haus für Natur und Umwelt“ der USE (Union Sozialer Einrichtungen GmbH).
Im Worldcafé wurde fachlich diskutiert, wie Tiergestützte Interventionen in der Praxis weiter verankert werden können. Die berufsbegleitend Studierende der Sozialen Arbeit Mandy Freund aus dem Studienschwerpunkt Klinische Sozialarbeit an der KHSB erklärte: „Mich hat besonders beeindruckt, wie Tiere Menschen erreichen können, wenn Worte allein manchmal nicht ausreichen. Gleichzeitig ist mir deutlich geworden, wie viel Engagement, Planung und Fachwissen nötig sind, um Mensch und Tier sinnvoll zusammenzubringen.
Besonders wertvoll finde ich auch die Möglichkeit, die ein solcher Fachtag bietet: Menschen und Akteure aus dem Bezirk kommen miteinander ins Gespräch, die sich im Arbeitsalltag vielleicht gar nicht begegnen würden. So entstehen neue Kontakte, Brücken und ein besseres Verständnis füreinander. Gerade in der Zusammenarbeit mit Behörden können solche Begegnungen helfen, Hemmnisse abzubauen und neue Wege der Zusammenarbeit eröffnen.“