"Hinter jedem Türchen öffnet sich ein Neues"
In unserem aktuellen Kurzinterview spricht Dr. Viktoria Gräbe, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Lehrentwicklung an der KHSB, über ihre berufliche Laufbahn, Ziele und wichtige Wegbegleiter*innen. Sie ist seit 2024 an der Hochschule tätig und teilt persönliche Einblicke in das, was sie in ihrem Arbeitsalltag bewegt.
Wie sind Sie hier gelandet?
2024 lief meine damalige Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin im Lehrentwicklungsprojekt „Forschendes Lernen mit Oral History“ an der Ruhr-Universität Bochum aus. Ich war auf der Suche nach einer Beschäftigung mit Perspektive, bei der ich auf Wissen und Erfahrung zurückgreifen kann - gern auch in meiner Heimatstadt Berlin. Da kam mir die Ausschreibung an der KHSB gerade recht. Ich habe mich also ganz klassisch beworben.
Auf welches Ziel arbeiten Sie gerade hin?
Aktuell beschäftigt mich, wie sich das Lehren und Lernen an Hochschulen wandelt. Ich bin seit 15 Jahren in der Ausbildung von Sozialprofessionellen und Pädagog*innen tätig und neben der vielen Freude, die diese Arbeit bereitet, sehe ich auch Herausforderungen, die mit dem Zeitgeist, sich wandelnden Perspektiven auf Leben und Arbeit sowie mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen. Zudem glaube ich, dass KI einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft provoziert. Gern würde ich gemeinsam mit Kolleg*innen herausfinden, wie diese Aspekte in einem Konzept „Gesunder Hochschullehre“ Berücksichtigung finden können, sodass Lehre und Studium für möglichst viele der Beteiligten inspirierend bleibt und damit auch zum psychischem Wohlbefinden beiträgt.
Was brauchen Sie heute im Beruf, was Sie im Studium nicht gelernt haben?
Mein Magisterstudium der Erziehungs-, Religions- und Umweltwissenschaften war zwar sehr vielseitig, anders als heute im Studium bauten Inhalte aber wenig aufeinander auf. Das Studium hat wohl trotzdem eine Basis für vernetztes Denken geschaffen; jedenfalls ist es das, was ich im Beruf an allen Ecken und Enden benötige.
Wer unterstützt (und begleitet) Sie auf Ihrem Weg?
An der KHSB sind es viele interessante, anregende und hilfsbereite Kolleg*innen, die mich in meiner täglichen Arbeit stützen. Darüber hinaus habe ich an jedem Ort, an dem ich beruflich tätig war, die eine oder andere Person gefunden, die mir bis heute als Wegbegleiter*innen erhalten und wichtig geblieben sind.
Gefällt Ihnen Ihr Arbeitsalltag?
Mein Arbeitsalltag ist unglaublich vielseitig. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten Jahren einmal Langeweile empfunden zu haben. Insofern habe ich für mich den Traumjob gefunden.
Wieviel steht auf Ihrer To-Do-Liste?
Wie bei den meisten wissenschaftlich arbeitenden Personen gibt es auch bei mir eine To-Do-Liste mit dringenden Aufgaben und solchen, die ich mir selbst setze. Gerade die letzteren scheinen unendlich, denn hinter jedem Türchen öffnet sich ein Neues. Das ist jedoch zugleich ein beruhigendes Gefühl, insofern freue ich mich auf jedes neue Türchen und auf das, was für mich als „Aufgabe“ daraus erwächst.
Und außerdem?
Jedes Mal, wenn junge Menschen ihr Studium an der Hochschule aufnehmen, bin ich gespannt, aufgeregt und ein bisschen nervös. Denn es ist eine große Verantwortung, diese Transition vom Schüler / von der Schülerin zur studierenden Person zu begleiten. Daher hoffe ich jedes Mal aufs Neue, dass es gelingt: Den Funken überspringen zu lassen.
Wir bedanken uns herzlich bei