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Aufbau und Ziele

Die Weiterbildung vermittelt zentrale Kenntnisse und Fähigkeiten für die Arbeit mit Vätern.

Das Konzept dieser Weiterbildung orientiert sich an folgenden Aspekten:

› Familienforschung und Kleinkindpsychologie haben herausgestellt, wie wichtig
  Väter in Familie und Erziehung sind. In der Weiterbildung werden zentrale
  Erkenntnisse dieser Forschung vorgestellt und praxisorientiert nutzbar
  gemacht.

› Die „neuen Väter“ machen sich bemerkbar. Eine neue Vätergeneration sieht
  sich in erster Linie als Erzieher und Begleiter der Kinder. Zugleich stehen auch
  die „neuen“ Väter meist in der Verantwortung als materieller (Haupt-)
  Versorger der Familie. Im Zwiespalt zwischen Familie und Beruf, zwischen
  „alter“ Ernährerrolle einerseits und „neuer“ kindbezogener Rolle andererseits
  müssen Akteure im sozialpädagogischen und psychosozialen Bereich Väter
  ansprechen und „abholen“.

› „Väterlichkeit“: Ein zentraler Begriff zum Verständnis von Vätern. Unter
  Väterlichkeit verstehen wir das, was ein Vater selbst unter seiner väterlichen
  Rolle versteht und wie er sie unter den gegebenen Umständen alltäglich
  umsetzt. Das Konzept „Väterlichkeit“ wird vorgestellt und seine
  Praxisrelevanz zur Diskussion gestellt.

› Väter sind einander ähnlich, aber sie sind nicht alle gleich: Welche schicht-,
  milieu-, bildungs- und herkunftsspezifischen Besonderheiten – einschließlich je
  besonderer Ressourcen – gilt es zu berücksichtigen, sowohl im Hinblick auf
  das je eigene Modell von Väterlichkeit als auch in Bezug auf die Erreichbarkeit
  in der Praxis?

› Väter agieren in sozialen Kontexten oder Systemen. Diese gilt es zu
  berücksichtigen – in Theorie und Praxis. Beispiele: Paare wünschen sich eine
  partnerschaftliche Aufteilung der Familien- und Erwerbsverantwortung. Die
  Rolle der Partnerin/Mutter als „Gatekeeper“ ist von großer Bedeutung, d.h. es
  hängt in hohem Maße von der Haltung der Partnerin ab, ob der Mann bzw.
  Vater in die Versorgung und Erziehung der Kinder einbezogen wird oder nicht.

› Trennungen nehmen weiter zu; sie bedeuten für Väter häufig auch Trennung
  von den Kindern. Was bedeuten Situationen nach Trennungen für das
  Verhältnis zwischen Kindern und Vätern? Wie kann väter-, kinder- und
  systemgerechte Unterstützung für Väter nach Trennungen gestaltet werden?

In der Weiterbildung zur Fachkraft in der Arbeit mit Vätern vermitteln erfahrene Praktiker aus der Arbeit mit Vätern Wissen über Väter von heute, Best-Practice-Beispiele sowie Methoden und passende Zugänge für die jeweils eigene Praxis.

Unser Ansatz ist grundsätzlich ressourcenorientiert, praxisorientiert und wertschätzend. Väter sollen besser erreicht und einbezogen werden. Dies betrifft einerseits deren positives Engagement – Stichwort Zeit, Zuwendung, „care“. Andererseits wird auch auf schwierige Aspekte abgezielt – Stichwort Desinteresse/Nichterreichbarkeit, Vernachlässigung, häusliche Gewalt.

Die Weiterbildung will interessierte Fachkräfte befähigen, differenzierte und begleitende Angebote für Väter zu entwickeln und anzuleiten. Hierzu gehört auch die Entwicklung einer reflektierten Haltung der Teilnehmenden zu Vätern und Väterlichkeit.