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Dez 13

Das 8. am 8.!

Unser 8. Kolloquium für Studium & Lehre hat stattgefunden, und zwar am 8. Dezember. Es ist also in die Jahre gekommen und klein, aber fein – zwei Slogans, die uns spontan dazu einfallen. Denn wiederholt hat sich eine ausgewählte, offenbar thematisch interessierte Zuhörer_innenschaft die Gelegenheit zu Nutze gemacht, außerhalb des Drucks der alltäglichen Zusammenhänge über die Bedingungen von Studium und Lehre nachzudenken und miteinander zu debattieren.

Wie immer entlang der Fragen: WOHIN wollen wir mit dem, WAS wir hier tun und WARUM setzen wir das WIE um? Unsere Erfahrungen zeigen, dass genau das, buchstäblich verstanden, kein einfaches Unterfangen darstellt. Denn beim genauen Hinsehen zeigen sich vielfältige, legitime Modernisierungsanforderungen, denen wir gerecht werden müssten und auch gerne wollen.

Nun hat sich die vergangene Veranstaltung dem Thema Gender & Diversität gewidmet. Quasi unserer „Herzensangelegenheit“ als Projekt, dass wir die unter dem Label „Heterogenität der Studierenden“ aufgeworfenen Herausforderungen für die Gestaltung von Lehr-Lernarrangements bearbeiten wollen. Für eine notwendige Distanz zur eigenen Perspektive und der Anreicherung durch erkennbar zusätzliche Expertise, haben wir uns eine externe Referentin eingeladen, Melanie Bittner. Selbst erfahrene Hochschullehrende, arbeitet sie zudem als selbständige Beraterin für Gender, Diversity und Antidiskriminierungskultur: http://www.melaniebittner.de/. Seit Januar 2016 hat sie an der FU zusammen mit Pia Garske die Toolbox Gender und Diversity in der Lehre erstellt, die wir als Diskussionsimpuls vorgeführt bekamen.

Dabei wurde ansatzweise die Vielfältigkeit der Toolbox an sich thematisiert, da dort ganz konkrete Materialien und Anregungen für gender- und diversitätsbewusste Lehre zur Verfügung gestellt werden, aber auch Hintergrundinformationen und kurze theoretische Informationen, die hilfreich für die Umsetzung in der Praxis sind. In der Diskussion wurde dann bspw. der Fokus auch darauf gerichtet, inwiefern in der Argumentation für eine gender- & diversitätsorientierte Lehre nicht nur politisch über Gerechtigkeitsansprüche, sondern explizit auch über Nützlichkeitsideen rechtzufertigen sein kann, sofern man Hochschullehre hochschuldidaktisch denkt. Denn die geforderte Aufmerksamkeit auf mögliche Differenzkategorien, wie sie in Hinblick auf die Vielfalt der Lebensweisen und Leistungsbereitschaften oder eben Gender und Diversität eine Rolle spielt, lässt sich auch didaktisch nutzen und zwar insofern, als das ein interaktiv-kommunikatives Geschehen in Lehr- und Lernsettings der Hochschule sicher Potenziale bereithält… in jedem Fall eine anregende Veranstaltung :-)

Benjamin Klages