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Mai 30

„…und schauet den fleißigen Lehrenden zu“ – neue Schriftenreihe LehrPraxis_KHSB

„Zeigt her eure Füße,
Zeigt her eure Schuh’,
Und schauet den fleißigen Waschfrauen zu…“

Bei den Waschfrauen oder Handwerkern lohnt es sich bekanntlich hinzuschauen. Wie ist das bei den Hochschullehrenden? Dort lohnt sich das sicher auch, nur kommt das Privileg, den fleißigen Lehrenden bei Ihrem Tun zu zuschauen, in der Regel ausschließlich den Studierenden zu. Das hat Vorteile, denn für die Hochschullehre kann ein „geschützter Raum“ sehr wichtig sein, es birgt jedoch auch Nachteile. Denn es ist doch bedauerlich, dass in der Regel kaum sichtbar für Lehrende ist, was und vor allem wie ihre Kolleg_innen Themen in Veranstaltungen bearbeiten. Einerseits könnte das hilfreich sein, wenn die Gestaltung inhaltlicher, veranstaltungsübergreifender Anschlüsse intendiert ist, aber explizit auch, wenn es um die Weitergabe erfahrungsgeschwängerten Wissens über Ideen und Möglichkeiten von Formen der Vermittlung resp. Didaktisierung der Studienthemen geht…  Noviz_innen, oder einfach in diesem Zusammenhang interessierte Lehrende, haben nämlich kaum die Chance, Einblicke in die Lehrpraxis der anderen zu bekommen und sind zumeist bei der Ausgestaltung oder gar Bewältigung von zum Teil überbordender Anforderungsmomente auf ihre je eigenen Einfälle zurückgeworfen.

Darauf reagiert die neue Schriftenreihe LehrPraxis_KHSB. Denn hier sollen bereits erfahrene und reflektierte Veranstaltungsformate beschrieben und verfügbar auch für andere gemacht werden. Dargestellt werden in der Schriftenreihe LehrPraxis_KHSB sowohl (abgeschlossene) Lehrentwicklungsprojekte als auch Berichte aus der Praxis der verschiedenen hochschulischen Lehr-Lernzusammenhänge an der KHSB. Diese zeichnen sich durch ihre Begründung in persönlichen Erfahrungen, deren Kontextualisierungen entlang konzeptioneller und explizit fachwissenschaftlicher Überlegungen sowie der Relationierung untereinander aus. Ziel ist die weitere Förderung des Diskurses zur Lehr-Lernkultur an der Hochschule, wobei im Vordergrund das Anregungs- und Reflexionspotenzial für Lehrende stehen. Der Bedarf an einer didaktisch anspruchsvollen Fundierung soll durch die Gelegenheit zum Austausch des Lehrhandelns ergänzt werden. Es geht dabei weniger um Invasion und Innovation, vielmehr um Irritation und Inspiration für die Lehrenden. Es soll keine Schwemme an vermeintlich problemlösenden Best-Practice-Projekten erzeugt, sondern ein Anregungspotenzial für alternierendes, sich „spielerisch“ anders formierendes Lehrhandeln hervorgerufen werden.

Die Schriftenreihe LehrPraxis_KSHB ist vollständig auf dem KirchlichenDokumentenServer zum Download verfügbar und wird vom Präsidenten der KHSB herausgegeben.

1. Ausgabe: Olaf Neumann und Ralf Quindel
Theorie-Praxis-Verschränkung im onlinebasierten Lernraum

2. Ausgabe: Judith Rieger, Gaby Straßburger und Jens Wurtzbacher
Integration von Erfahrungsexpertise in die Lehrpraxis – systematische Beteiligung von Adressat_innen

Interesse an einem eigenen Beitrag in der Schriftenreihe? Wenden Sie sich bitte an das Redaktionsteam: Benjamin.Klages[at]KHSB-Berlin.de & Stefan.Reinders[at]KHSB-Berlin.de.