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Mrz 22

erziehungswissenschaftlich Sprechen über hochschulisches Lehren & Lernen, geht das?

Ja, das geht und zwar sehr gut. Vorgemacht wurde das kürzlich auf dem Kongress der DGfE (Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft) in Kassel. Unter dem Kongressthema Räume für Bildung. Räume der Bildung wurde darauf fokussiert, wie in gesellschaftlichem Raum, Bildung gewährt oder entzogen wird, ebenso wie die physischen und sozialen Räume, in denen Bildung stattfindet, charakterisiert werden können. Beispielsweise wurde in der Arbeitsgruppe um Markus Peschel Forschungsergebnisse zu Konzeptionen, Interaktionen und Partizipationsformen zu Lernwerkstätten in Hochschulen als bildende Räume konturiert und kritisch diskutiert. In der AG von Bettina Dausien etal. konnte die Universität als „fremder Raum“ über die empirisch begründete Rekonstruktion der biografischen Aneignungsprozesse und Zugehörigkeitsarbeit von Studierenden differenziert werden. Dabei wurde aus einer habitus- und biografietheoretischen Perspektive veranschaulicht, in wie fern am Beginn des Studiums die Universität für viele Studierende nicht nur physisch ein unbekannter Raum ist, sondern auch soziale und kulturelle Fremdheit mit sich bringt, die individuell und institutionell bearbeitet werden und den Subjekten aktive Aneignungleistungen abverlangen. Im Symposium von Rita Casale etal. wurde hingegen der historische Blick auf die Universität als der Ort der Bildung? geworfen, dessen klassische Ideengeschichte des 19. Jahrhunderts mit dort hervorgebrachten Idealen massive gesellschaftliche Wandel mit- und überlebt hat und heute in einer spezifisch pädagogischen Form der Universität als weitestgehend öffentlicher Raum gedacht werden kann. Weitestgehend im hier und jetzt, thematisch jedoch in hohem Maße an das Thema des Symposiums anschließend, wurde im zentralen Fachgespräch Humboldt 2.0 oder das Ende des klassischen Bildungsraums Universität die Frage diskutiert, welche Veränderungen sich für den Bildungsraum Universität aufgrund der technischen Entwicklungen, wie die Digitalisierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Kommunikation, der Verfügbarkeit, der Verbreitung und Weitergabe aber auch der Autorisierung von Wissensbeständen ergeben. Dabei wurde trotz alledem die Bedeutung des physischen gegenüber dem vermeintlich virtuellen Raum hervorgehoben. Zumindest die letztgenannte Diskussion wurde audiovisuell aufgezeichnet und sollte zeitnah als Video im Netz, unter o.g. Adresse zur Verfügung stehen :-)

Benjamin Klages