«

»

Jul 07

Kolloquium ‚Studium und Lehre‘ an der KHSB

 Auf Einladung des Vizepräsidenten fanden am 17.Juni und 01.Juli die ersten beiden Kolloquien Studium und Lehre: Bewährtes wertschätzen – Herausforderungen erkennen – Innovationsimpulse einordnen in der KHSB statt. Das Kolloquium dient als fachliches Forum der Debatte über Fragen der Gestaltung von Studium und Lehre. Ausgangspunkt ist die Frage, wie Universitäten und Hochschulen einen angemessenen Umgang mit dem beobachteten Reform- und Innovationsdruck entwickeln können. Dabei zielt das Kolloquium weniger auf verwertbare Ergebnisse oder konkrete Antworten im Kontext der Hochschulentwicklung in der KHSB. Im Fokus des Interesses steht vielmehr der Versuch, das „Kräftefeld“, in dem sich Hochschulen bewegen, in den Blick zu nehmen und die Reform- und Innovationsbemühungen als kontingente zu verstehen und zu hinterfragen. Es geht darum, Positionen, Erfahrungen, Analysen ins Gespräch zu bringen, die den handlungspraktischen Hochschul- und Lehrentwicklungsprozessen vorgelagert sind und diese motivieren.

Im ersten Kolloquium standen erfahrungsnahe Widerspruchserfahrungen mit dem Reform- und Innovationsdruck zur Diskussion, die die Gestaltung von Studium und Lehre in den letzten Jahren auch an der KHSB begleiten. Stefan Reinders, Kai Schmidt und Benjamin Klages eröffneten die Sitzung mit einem Diskussionsimpuls. In den sich daran anschließenden Gesprächsbeiträgen wurde deutlich, wie die mit der Bologna Reform ausgelöste Dynamik mit darin inhärenten Widersprüchen verbunden ist, die eine Verständigung über die Spezifika und damit auch Grenzen hochschulischer Lernarrangements verlangt. Die im Gespräch eingebrachten Beispiele und Reflexionen markierten dass es hilfreich sein kann, sich die Ambivalenzen und Widersprüche sowie die Komplexität und Kontingenz hochschuldidaktischer Optimierungsvorstellungen zu vergegenwärtigen.

Das zweite Kolloquium thematisierte Widersprüche hochschuldidaktischer Optimierungsvorstellungen anhand des auf Studium und Lehre bezogenen Qualitätsmanagements (QM) an Hochschulen. Kai Schmidt eröffnete die Sitzung mit Überlegungen zu einer pädagogisch orientierten Konzipierung von Studierendenbefragungen sowie einer kritischen Einordnung einiger Steuerungskonzepte und Wirkungsannahmen, die bei der Thematisierung von Studierendenbefragungen im Kontext von QMsystemen eine Rolle spielen. Aus dieser Perspektive stellte sich in der Debatte u.a. die Frage, wie eine pädagogisch orientierte Konzipierung von Studierendenbefragungen, die Lernen als Ko-Konstruktion begreift, konturiert sein müsse und wie diese in Qualitätsmanagementsystemen integriert werden können.

Das Kolloquium, so ein erstes Resümee, eröffnet einen Diskursraum für eine distanzierte, die Genese hochschuldidaktisch-motivierter Steuerungsimpulse rekonstruierende und nicht auf rezeptive Anwendung zielende kritische Verständigung. Es steht allen Interessierten offen und wird im kommenden Semester fortgesetzt.

Stefan Reinders