Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin  
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Männer in der Ausbildung zum Erzieher und in Kindertagesstätten

Eine Untersuchung der Rahmenbedingungen, die den Verbleib von Männern in Ausbildungseinrichtungen und Kindertagesstätten (be)fördern.

 

In aktuellen Diskussionen um eine Bildungsreform, in der der frühkindlichen Erziehung eine wichtige Bedeutung zugeschrieben wird, gilt der geringe Anteil von Männern in den Kindertagesstätten zunehmend als problematisch und immer häufiger wird der Wunsch nach mehr männlichen Erziehern formuliert. Der Wunsch nach einer quantitativen Steigerung des männlichen Erzieheranteils wird in der Regel damit begründet, dass Jungen und Mädchen durch die Abwesenheit männlicher Bezugspersonen reale männliche Vorbilder fehlen. Zudem wird mit männlichen Erziehern die Hoffnung verbunden, sie könnten die Vielfalt der pädagogischen Angebote erhöhen. Eine Erhöhung des Männeranteils im Berufsfeld der Erzieher/innen würde, so eine weitere Argumentation, zur Erweiterung des Berufsspektrums und der Handlungsspielräume von Männern beitragen.

 

Angesichts des Interesses, mehr Männer für die Tätigkeit des Erziehers zu gewinnen und der Bedeutung, die Männern für die frühkindliche Erziehung zugesprochen wird, ist der geringe empirische und theoretische Wissensstand zum Thema „Männer in Erzieherberufen“ auffällig. Zur Situation von männlichen Erziehern in Kindertagesstätten liegen in Deutschland bisher nur vier kleinere explorative (Pilot)Studien und eine quantitative Erhebung unter 108 männlichen Erziehern vor, in deren Rahmen Berufswahlmotive und Arbeitsbedingungen männlicher Erzieher untersucht wurden (vgl. Kasiske et al. 2006, Kreß 2006, Uhrig 2006, Watermann 2006, Tünte 2007).

 

Am 01.09.2008 fiel der offizielle Startschuss für das Forschungsprojekt „Männer in der Ausbildung zum Erzieher und in Kindertagesstätten“. Das Projekt befasst sich mit der Frage, wie Ausbildungs-, Arbeits- und Rahmenbedingungen gestaltet werden sollten, um den Anteil und Verbleib von Männern in Ausbildungseinrichtungen und Kindertagesstätten zu befördern.

Das Forschungsprojekt wird vomMinisterium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  als „Teil des neuen Handlungsschwerpunkts ‚Rollenbilder erweitern - Neue Perspektiven für Männer‘ gefördert.

Nähere Informationen zum Forschungsdesign und Projektverlauf finden Sie hier

 

Literatur:

  • Kasiske, Jan/Krabel, Jens/Schädler, Sebastian/Stuve, Olaf (2006): Zur Situation von Männern in „Frauen-Berufen“ der Pflege und Erziehung in Deutschland. Eine Überblicksstudie, in: Krabel, Jens/Stuve, Olaf (Hg.): Männer in „Frauen-Berufen“ der Pflege und Erziehung.
  • Kreß, Brigitta (2006): Männer als Erzieher, in Psychologie Heute 11/2006, 64-67.
  • Uhrig, Kerstin (2006): Motivationslage männlicher Fachkräfte und Evaluierung von Personalgewinnungsmaßnahmen für männliche Fachkräfte im Tätigkeitsbereich von Kindertageseinrichtungen in städtischer und freier Trägerschaft in Frankfurt am Main. Zusammenfassung der Gesamtergebnisse. Frankfurt.
  • Tünte, Markus (2007): Männer im Erzieherberuf. Die Relevanz von Geschlecht in einer traditionellen Frauenprofession, VDM Verlag Dr. Müller.
  • Watermann, Liane (2006). Erzieher auch ein Beruf für Männer. Eine Untersuchung zur Motivation, die Rolle als Mann, Vorstellungen und Berufsperspektiven in der Ausbildung zum Erzieher. Göttingen: Gleichstellungsstelle des Landkreises Göttingen, Eigendruck.