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Die KHSB an einem geschichtsträchtigen Ort

Seit ihrer Gründung 1991 arbeitet die KHSB in einem geschichtsträchtigen Haus - dem ehemaligen St. Antonius-Krankenhaus, dessen wechselvolle Geschichte in einer besonderen Beziehung zur Fachhochschule für Sozialwesen steht.

Vom Krankenhaus...


Christian Schreiber, Bischof von Berlin 1930-1933

 

Die Grundsteinlegung des Gebäudes erfolgte 1928 durch die Kongregation der Marienschwestern aus Breslau, die auf einem 50.000 qm großen Gelände das St. Antonius-Krankenhaus erbauen ließen. Für den Osten Berlins fiel die Entscheidung aus „caritativen Gründen“, wie es in der Festschrift von 1931 heißt.

Nach nur 18 Monaten Bauzeit konnte 1930 die Einweihung des Krankenhauses durch Bischof Schreiber vollzogen werden. Professor Paul Lazarus, erster Chefarzt des Krankenhauses, und der damalige Kurator Dr. Pollak zeichneten verantwortlich für den Beginn eines der modernsten Krankenhäuser Berlins in den 30er Jahren.

Dem Architekten F. A. Pollak gelang es mit den Stilelementen der in dieser Zeit wegweisenden Bauhausarchitektur dem „sozial-hygienischen Gedanken“ eine Entsprechung zu geben. Der neue Impuls  hieß: von der Individualmedizin zur Sozialmedizin.


1930er Jahre. Mit freundlicher Genehmigung durch das Museum Lichtenberg.

 

In einem naturnahen Areal des Stadtteils Karlshorst wurde so für ca. 300 Patientinnen und Patienten ein sog. Freilicht- und Freiluftkrankenhaus entwickelt.

Gedeckte Liegehallen (Dachterrassen), Bewegungs- und Terrainkuren auf dem Gelände sowie hygienische Vorlesungen für medizinische Laien und ein Patientenfunk setzten völlig neue Akzente in der damaligen Krankenhauslandschaft. 


Flur in der 3. Etage

 

Die architektonische Gestaltung des Hauses zeigt noch heute Bauhauselemente, die dem Gebäude Denkmalstatus verleihen. So sind fast alle Sprossenfenster sowie die verschiedenfarbigen Fliesen der einzelnen Stockwerke erhalten. Von Bauhausklinken bis zur Bauplastik der Antoniusfigur als symbolischer Stützpfeiler an der Eingangsfront ist eine Vielzahl von besonderen architektonischen Details zu finden.

... zum Gefängnis


Allies at the Brandenburg Gate,1945 (Imperial War Museum collection No. 4905-03)

 

Mit der Besetzung des Gebäudes durch die Sowjetische Militäradministration 1945 musste der Krankenhausbetrieb eingestellt und innerhalb von Stunden Patienten entlassen oder in eine provisorisch hergerichtete Einrichtung im Süd-Osten Berlins verlegt werden. 

Eindrückliche Aussagen von Zeitzeugen belegen, dass das Gebäude in dieser Zeit auch als Gefängnis genutzt wurde. In den Kellerräumen wurden politisch Andersdenkende oft monatelang gefangen gehalten, gefoltert und sind vermutlich auch zu Tode gekommen. 

Allerdings konnte die Nutzung des Hauses während der Besatzungszeit bislang noch nicht umfassend historisch dokumentiert werden. Die Hochschule ist hier bemüht, auch durch Kontakte mit dem Deutsch-Russischen Museum und Archiven Licht in das Dunkel dieser Schattenzeit des Gebäudes zu bringen.

 

...vom Ministerium zur Hochschule


zentrales Treppenhaus

 

Von 1964–1990 war das Gebäude der Sitz des Ministeriums für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR. 

Mit der Rückübertragung der Liegenschaften an die Marienschwestern im Dezember 1990 übernahm der St. Marien e.V. die Verwaltung von Gelände und Gebäude.

Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin konnte 1991 ihren Lehrbetrieb in einem historisch überaus interessanten Gebäude aufnehmen.

Ein Haus mit wechselvoller Nutzung, das einen Teil der Geschichte Berlins mitprägte.

 

 

 

 

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1940 2012

Schwesternschülerinnen St. Antonius Mitarbeiter/innen KHSB