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Einblicke Transferaktivitäten

Hier finden Sie ausgewählte Beispiele aus dem breiten Spektrum der Transferaktivitäten der KHSB in Kooperation mit Partnern aus der Praxis.

Auf der Suche nach offenen Bildungsmedien?

Workshop-Reihe zur Frage warum und wie die KHSB Open Educational Ressources anbieten kann

Nach zwei einführenden Veranstaltungen zum Thema Open Educational Ressources (OER) an Hochschulen in diesem Herbst, fand an der KHSB auf Anfrage der Teilnehmenden hin im Dezember eine „winterliche“ Folgeveranstaltung statt. Denn, so aktuell das Thema um die freie Verfügbarmachung von Bildungsmaterialien aller Art ist, so neugierig macht es auf damit verbundene lizenz- und urheberrechtliche sowie konzeptionell-technischen Fragen, deren Beantwortung auf die Verbreitung gemeinschaftlicher Arbeitsformate ausgerichtet ist.

Die KHSB als Kooperationspartnerin des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg, dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung an der Universität Potsdam, der Evangelische Hochschule Berlin und Projekten der außerschulischen Bildungsarbeit, zielt in diesemOpens external link in new window Verbund auf die Prüfung der institutionen-übergreifenden Überarbeitung von Lehr- und Studienmaterialien unter OER-Gesichtspunkten und die institutionenspezifische Sensibilisierung auf damit einhergehende Fragestellungen.

Aus der  KHSB haben sich wiederholt Vertreter_innen aus den Forschungs- und Entwicklungsprojekten, ein Vertreter des Forschungsmanagements und der Bibliothek sowie des Rechenzentrums zusammengesetzt um an der Frage zu arbeiten, welche Arbeits- und/oder Ergebnismaterialien – sowohl aus den Projektzusammenhängen als auch aus Lehre und Studium der Hochschule – am besten bspw. für Multiplikator_innen digital verfügbar und weiterbearbeitbar gemacht werden. Die Beteiligten werden ihreSuche nach offenen Bildungsmedien an der KHSB fortsetzen und sich für deren Realisierung im Sinne eines lebendigen Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft einsetzen.

Beschweren erlaubt!

Modellprojekt Berliner Beratungs- und Ombudsstelle Jugendhilfe (BBO Jugendhilfe) zieht positive Bilanz.

Im Rahmen einer Fachveranstaltung am 29.11.2017 an der KHSB zogen Vertreter_innen aus Wissenschaft, Jugendhilfepolitik und Praxis eine positive Bilanz zum Modellprojekt Berliner Beratungs- und Ombudsstelle Jugendhilfe (BBO Jugendhilfe). In Trägerschaft des Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V. (BRJ) und in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie mit den Berliner Bezirken ist die BBO Jugendhilfe die erste durch öffentliche Mittel finanzierte unabhängige Ombudsstelle in der Jugendhilfe.

Die BBO Jugendhilfe ist während der Laufzeit des Modellprojektes (April 2014 bis Dezember 2017) von einem Beirat unabhängiger Fachexpert*innen aus Wissenschaft und Praxis begleitet worden. Der Beirat, dessen Vorsitz Prof. Dr. Petra Mund, Professorin für Sozialarbeitswissenschaft und Sozialmanagement der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, inne hat, hat insbesondere die Aufgabe, die Entwicklung des fachlichen Austauschs mit öffentlichen und freien Trägern zu unterstützen. Darüber hinaus hat er dazu beizutragen, dass eine akzeptierende Haltung gegenüber den ombudschaftlichen Verfahren in der Berliner Jugendhilfe gefördert und aktiv verbreitet wird.  

Aus Perspektive der Katholischen Hochschule für Sozialwesen ist die weiterhin notwendige Intensivierung ombudschaftlicher Beratungsansätze in der Lehre deutlich geworden. Damit ist die Begleitung der BBO Jugendhilfe durch das Engagement im Fachbeirat für Theorie und Praxis ein Gewinn.

Für weitere Informationen: Opens external link in new windowwww.bbb-jugendhilfe.de

Niemals geht man so ganz !

Alumni der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) diskutieren zur aktuellen Definition der Sozialen Arbeit.


Auch in diesem Jahr lud das Referat Weiterbildung, vertreten durch die Referatsleitung Prof. Dr. Petra Mund, alle ehemaligen Studierenden der KHSB herzlich zum Alumni-Treffen in die Aula der KHSB ein.
Rund 40 Ehemalige aller Diplom, Bachelor- und Masterstudiengänge der KHSB waren auch diesmal der Einladung gefolgt und diskutierten am 17.11.2017 ausgehend von einem thematischen Input von Prof. Dr. Meike Günther (Professur für Theorien, Konzepte und Methoden der Sozialen Arbeit, mit dem Schwerpunkt sozialarbeitswissenschaftliche Reflexion von Armut) zur globalen Definition von Sozialer Arbeit der International Federation of Social Workers (IFSW), in dem auch der Deutsche Berufsverband für Soziale Arbeit Mitglied (DBSH) ist. In diesem lebhaften Theorie-Praxis Austausch wurden neben den Inhalten und der Reichweite der Definition auch die Relevanz solch einer Definition für das eigene Arbeitsfeld thematisiert. Insgesamt wurde deutlich, wie wichtig dieser wechselseitige Diskurs von Theorie und Praxis für die Professionen und Disziplinen ist.

Im Anschluss bestand bei einem kleinen Imbiss die Gelegenheit mit Lehrenden und ehemaligen Kommiliton_innen in Erinnerungen zu schwelgen, neue Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen.

Der Abend war ein gelungener Theorie-Praxis-Transfer, dessen Tradition auch im nächsten Jahr fortgeführt werden wird. Alle Ehemaligen sind schon jetzt herzlich eingeladen.

Multiplikation der Multiplikator_innen!

Praxisbörse 2017

Mit knapp 60 Institutionen, Einrichtungen und Trägern fand am 25.10.2017 die diesjährige Praxisbörse an der KHSB statt. Aufgrund der großen Nachfrage seitens der Träger wurden neben der Aula und den Fluren auch das Foyer am Haupteingang und ein weiterer Raum für die Praxisbörse genutzt. Die große Zahl der teilneh-menden Einrichtungen spiegelte die Vielfalt der Arbeitsfelder für die Professionen Soziale Arbeit, Heilpädagogik und Kindheitspädagogik eindrücklich wider. So bot die Praxisbörse auch in diesem Jahr den Studierenden wieder eine gute Möglichkeit, mit Trägern in Kontakt zu kommen und sich einen Überblick über die Handlungsfelder und Einsatzmöglichkeiten sowohl in der studienintegrierten Praxis als auch für die zukünftige berufliche Tätigkeit zu verschaffen. Die Praxisbörse bot auch den Mitarbeitenden der teilnehmenden Einrichtungen untereinander Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Insgesamt also eine gute Gelegenheit der Profilierung des „Lernortes Praxis“ mit bewährten und neuen Kooperationspartnern. Besonders schön: An dem einen oder anderen Stand wurde die Einrichtung durch ehemalige Absolvent_innen der KHSB vertreten.

Zwischen Tablet und Tatendrang

Foto: KHSB

Vorlesung im Rahmen der Seniorenuniversität warf Schlaglichter auf die Gegenwart und Zukunft der Jugend von heute

Mit einem Vortrag am 21.06.2017 von Prof. Dr. Petra Mund (Professur für Sozialarbeitswissenschaften und Sozialmanagement) zum Status Quo und den aktuellen Herausforderungen der Jugend beteiligte sich die KHSB auch dieses Jahr an der Seniorenuniversität Lichtenberg.

Nach einer Annäherung an das vielbeachtete und schwer zu fassende Phänomen Jugend, wurden die Kernherausforderungen des Jugendalters (Qualifizierung, Verselbstständigung, Selbstpositionierung) vorgestellt und mit den rund 40 Teilnehmer_innen der Seniorenuniversität auch vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erfahrungen diskutiert.

Insbesondere wurde der Befund, dass das mit der Jugend verbundene Moratorium vor dem Hintergrund der zunehmenden Verschulung und Verdichtung des Jugendalters immer mehr in den Hintergrund gedrängt wird, sowohl bestätigt als auch hinsichtlich der damit verbundenen Herausforderungen für familiale Beziehungen wie die Soziale Arbeit erörtert.
Weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung war die Diskussion zentraler Thesen zum digital-vernetzten Leben von Jugendlichen, wie beispielsweise die hohe Relevanz von digitalen Medien für die soziale Teilhabe von Jugendlichen einerseits bei einem oftmals prekären Umgang mit persönlichen Daten andererseits.

Insgesamt war die Vorlesung ein lebendiger Beweis dafür, wie wichtig der Abgleich von bestehendem Alltagswissen mit zentralen Befunden der Lebenslagenforschung für die Entwicklung eines gegenseitigen Verständnisses unterschiedlicher generationaler Lebenslagen ist.

Transformation unserer Welt

Ringvorlesung 2017

Unter dem Titel „Transformation unserer Welt – Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ veranstaltete die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Engagement Global und die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin eine Ringvorlesung, die in sechs thematischen Abenden einzelne Entwicklungsziele der Agenda 2030 genauer unter die Lupe nahm und auf den Stand der Umsetzung hin befragte.

Neben den sozialethischen Herausforderungen der Entwicklungspolitik wurde der Zusammenklang von Digitalisierung und Entwicklungspolitik beleuchtet, der Beitrag der Religionen zu einer Politik des Ausgleichs sowie die Aufgaben im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit und Stadtentwicklung. Die Reihe im GIZ-Haus am Potsdamer Platz schloss mit zwei Vorträgen zur Rolle Deutschlands in der G20 Präsidentschaft, die den enormen politischen Handlungsbedarf in Richtung einer global ausgleichenden Politik nochmals deutlich hervorhob.

Die Ringvorlesung soll als ein wiederkehrendes Format der drei Kooperationspartner im Frühjahr nächsten Jahres erneut aufgelegt werden und die Möglichkeiten und Grenzen einer transnationalen Politik thematisieren.

Vielfältig! Spannend! Anspruchsvoll! – ein Studium im sozialen Bereich

Boys' Day an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin

Ausgerichtet vom Institut für Gender und Diversity fand am 27.4. 2017 unter reger Beteiligung und mit Unterstützung vieler engagierter Mitarbeiter*innen aus der Verwaltung, der Lehre sowie einzelner Studierender ein informativer und aktivierender Boy's Day an der KHSB statt.
Da männliche Fachkräfte in pädagogischen Berufsfeldern immer noch unterrepräsentiert, aber sehr erwünscht sind, bekamen 50 interessierte Schüler im Alter zwischen 10 und 17 Jahren die Möglichkeit, das Studierendenleben, einzelne Studieninhalte sowie pädagogische Praxisfelder näher kennenzulernen.

Nach einem einleitenden Vortrag zu Studieninhalten Sozialer Arbeit zogen die Schüler anschließend in Kleingruppen mit unterschiedlichen Aufgaben kreuz und quer durch die Hochschule. Sie fragten in laufenden Seminaren, inwiefern sie auf soziale Berufe vorbereiteten, Lehrende, wie sie zur Sozialen Arbeit gekommen sind, in der Bibliothek, warum es eigentlich noch Bücher gibt und im Prüfungsamt, was passiert, wenn Studierende bei einer Prüfungsleistung schummeln.
Im Praxisreferat wurde den Schülern dann erklärt, in welche Einrichtungen die Studierenden für ihre Praxissemester gehen bzw. welche Praxisfelder es überhaupt im sozialen Bereich gibt.
Neben diesen gab es noch viele weitere interessante Anlaufstellen, z.B. das International Office oder das Projekt „Chance Quereinstieg/Männer in Kitas“.

In der Pause setzten sich die Schüler zu den Studierenden ins „Cafe K“ und ins „Kaffeestübchen“ und bekamen so einen zusätzlichen Einblick in den Studierendenalltag. Besonders wichtig war, von den mitwirkenden Studierenden zu erfahren, warum sie gerade hier studieren und wie sie zu ihrem Berufswunsch gekommen sind.
Ein Besuch in einer Lernwerkstatt für Kindheitspädagogik und ein Quiz rund um Männlichkeit, vielfältige Lebensentwürfe und soziale Tätig- und Fähigkeiten rundete den Boy's Day ab.

Viele Mitarbeiter*innen, Studierende und Lehrende gaben Einblicke in ihren Berufsweg, nahmen Stellung zur Unterrepräsentanz von Männern im sozialen Bereich und brachten auf den Punkt, warum pädagogische Arbeit so spannend und abwechslungsreich ist. Das scheinen sie geschafft zu haben - die Rückmeldungen der Schüler waren ganz überwiegend positiv. Hoffentlich wurde dabei der ein oder andere neugierig auf ein Studium oder eine Ausbildung im pädagogischen Bereich.

„GESUND! in Lichtenberg”

Foto: Merlin Perowanowitsch

Ausstellungseröffnung und feierlicher Abschluss einer inklusiven Forschungswerkstatt

Seit Oktober 2016 trafen sich an der KHSB insgesamt 15 Menschen (10 Beschäftigte einer Werkstatt für behinderte Menschen, 2 Studierende und 3 Projektmitarbeitende) zu einer inklusiven Forschungswerkstatt. Ziel dabei war herauszufinden, welchen gesundheitsförderlichen und -hinderlichen Aspekten Menschen mit Lernschwierigkeiten in Lichtenberg begegnen. Die Beteiligten sammelten mithilfe von Fotografien Daten und werteten diese gemeinsam aus (‚Photovoice‘). Die Ergebnisse des Projekts wurden schließlich so aufbereitet, dass sie in Form einer Ausstellung einem weiten Publikum vorgestellt werden können.

Am 5. April 2017  fand die Eröffnung dieser Ausstellung sowie die Ehrung der Teilnehmenden im Café Sonnenstrahl statt. Frau Framke (die Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Gesundheit und Bürgerdienste in Lichtenberg) und Herr Demke (der Geschäftsführer der kooperierenden LWB -Lichtenberger Werkstätten gemeinnützige GmbH) eröffneten die Feierlichkeit mit Grußworten. Sie überreichten auch die Teilnahmezertifikate an die Forscherinnen und Forscher. Prof. Dr. Reinhard Burtscher (Leiter des partizipativen Forschungsprojekts ‚GESUND!‘, KHSB), stimmte das Publikum mit einem Quiz auf das Thema kommunale Gesundheitsförderung ein, woraufhin die Forschungsgruppe ihre Arbeit präsentierte und die Ausstellung eröffnet wurde.

Das Publikum der Veranstaltung war vielfältig. Es bestand aus Bürger/innen mit und ohne Behinderung sowie aus Vertreter/innen verschiedener sozialer Träger, Krankenkassen und der Bezirksverwaltung. Auch durfte Frau Hendrikje Klein (Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin) als weitere Vertreterin der Politik begrüßt werden. Die Ausstellung aktivierte die Gäste zu Gesprächen. So wurde ein Austausch über kommunale Gesundheitsförderung zwischen unterschiedlichsten Akteuren angeregt.

Die Ausstellung wird noch an mehreren Orten in Berlin zu besichtigen sein und hoffentlich den Anstoß zu weiteren Gesprächen, Vernetzungen und gesundheitsförderlichen Aktionen geben.

„Woher nehmen?”

Kooperationstagung zum Fachkräftebedarf und Arbeitsplätzen der Zukunft in der Kindertagesbetreuung

Am 22. und 23. März 2017 fand die Frühjahrstagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit e.V. (BAG-BEK) in Kooperation mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin statt. Organisiert wurde die Tagung in der KHSB von Jannes Boekhoff (Fachreferent Koordinationsstelle Chance Quereinstieg/Männer in Kitas).

Die BAG-BEK ist ein Netzwerk von Akteur*innen und Institutionen aus dem System der Kindertagesbetreuung. Ziel der Vernetzung ist die Professionalisierung und Weiterentwicklung des Feldes und seiner Akteur*innen auf inhaltlicher, struktureller und bildungspolitischer Ebene.
Im Mittelpunkt der Tagung mit 70 Teilnehmenden aus Praxis, Wissenschaft und Forschung, Aus-   und   Weiterbildung, Fachverbänden, Gewerkschaften, Politik und Verwaltung stand der immer stärker zunehmende Fachkräftebedarf im System der Kindertageeinrichtungen und die damit verbundene große Herausforderung der Qualitätssicherung und –entwicklung von Kitas.

Prof. Dr. Stefan Sell (Hochschule Koblenz) stellte in seinem Vortrag die Fachkräftesituation in der Kinder- und Jugendhilfe dar und wies auf problematische Entwicklungen hin. Am anschließenden Runden Tisch wurden dann spezielle Aspekte und Herausforderungen zum Fachkräftebedarf und zur Arbeitssituation von Politik, Wissenschaft und Trägerebene aufgezeigt und diskutiert. Sandra Schulte und Jannes Boekhoff (Koordinationsstelle Chance Quereinstieg/Männer in Kitas an der KHSB) stellten in ihrem Vortrag „Quo vadis Quereinstieg?“ erste Erkenntnisse aus dem ESF-Modellprogramm „Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“ vor und zeigten Möglichkeiten eines qualifizierten Quereinstiegs in das Berufsfeld auf. In den Arbeitsgruppen wurden dann einige Fragestellungen, die sich aus den vorrangegangenen Inputs und Diskussionen ergeben hatten, weiterbearbeitet und vertieft.

Als Fazit der Tagung lässt sich festhalten, dass aufgrund verschiedener Entwicklungen, z.B. qualitativer und quantitativer Ausbau von Kitas, der Fachkräftebedarf weiter steigt und die bisherigen Ausbildungswege und -kapazitäten nicht mehr ausreichen werden. Diese Situation erfordert neue und zusätzliche Strategien und eine Zusammenarbeit aller relevanten Akteure im System Kita.

„Ich sehe was, was du nicht siehst...“

Foto: Benjamin Pritzkuleit / HOWOGE

Vom Streiten um die Wahrheit

Vortrag über die kommunikativen Herausforderungen zwischen Eltern und Kindern von Prof. Dr. Stefan Bestmann (Professor für Theorien und Methoden Sozialer Arbeit an der KHSB) bei der Kinderuni Lichtenberg am 26.11.2016.

Während die Abschlussvorlesung für die Kinder stattfand, verkürzte Prof. Dr. Stefan Bestmann die Wartezeit der Eltern. Unter dem Titel  ‚Ich sehe was, was Du nicht siehst‘ erörterte er in seinem Vortrag ein klassisches Beispiel aus dem Familienalltag:

Wir Eltern behaupten, dass unser Kind sein Zimmer nicht richtig aufgeräumt hat. Dabei hat es sich so viel Mühe gegeben. Wer hat nun Recht? In der Elternvorlesung wurde dargestellt, wie herausfordernd es ist, eine eindeutige Wahrheit zu klären. Wie können wir im Dschungel der Missverständnisse und unterschiedlichen Sichtweisen dennoch halbwegs gut miteinander kommunizieren – ohne uns gleich zu streiten? Welche Chancen können sich für uns Eltern und unsere Kinder daraus ergeben?

Im Anschluss gab es neugierige Nachfragen und Belege für die kommunikativen Herausforderungen im Lebensalltag einer Familie. Beendet wurde die Vorlesung mit einem gemeinsamen Zaubertrick, der auf einem anderen Wege nochmals deutlich gemacht hat, dass wir manchmal Dinge nicht sehen, obwohl sie offensichtlich vor uns sind!

„Per Anhalter durch die Sozialpsychiatrie“

Don't Panic 2030?!

Vortagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) von jungen für junge Menschen am 5.10.2016 an der KHSB.

Etwa 140 Besucher_innen, die bereits in psychosozialen Projekten arbeiten, an einer Hochschule für Sozialwesen studieren oder den Einstieg in das Arbeitsfeld Sozialpsychiatrie planen, beschäftigten sich einen Tag lang mit Zukunftsperspektiven der Sozialpsychiatrie:
Wie wird die Sozialarbeit 2030 aussehen? Welche Rolle werden die neuen Medien spielen? Wie wirkt sich die Gentrifizierung auf die Adressat_innen aus? Welche Rolle werden Psychopharmaka spielen? Und wie betreuen wir intensiv, ohne den Klienten hilflos zu machen und selbst auszubrennen?

Gemeinsam vorbereitet und durchgeführt wurde die Tagung von Mitarbeitenden des Freundeskreises Integrative Dienste (FID), des Unionhilfswerks und Studierenden der KHSB.
Mit World-Café, vier Workshops und der Buchvorstellung "Soziale Arbeit in der Psychiatrie" (Mitherausgeber: Ralf-Bruno Zimmermann, Präsident der KHSB) bot der Tag ein gut gefülltes anregendes Programm.

Die richtige Mischung aus intensiver aber auch entspannter Arbeitsatmosphäre machte dieses neue Format der Vor-Tagung (vor der Jahrestagung der DGSP in der Charité) zu einem gewinnbringenden Tag für alle Teilnehmenden.

„…und bete viel für meine Seelenruhe“

Foto: Kareen Klug

Töten aus Überzeugung

Wanderausstellung über die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde in Deutschland und Europa von Michael Gollnow (Masterabsolvent der KHSB).

Als ein Kooperationsprojekt zwischen der Pinel gGmbH, der KHSB und der Initiative Gedenkort T4 richtet sich die Ausstellung einerseits an junge Menschen in Schulen, die sich im Unterricht mit dem Thema auseinandersetzen, aber gleichermaßen auch an alle Generationen und Zielgruppen. Das Anliegen der Ausstellung ist, für die Euthanasie-Opfer der NS-Gewaltherrschaft eine emotional geprägte Erinnerungs- und Gedenkkultur zu schaffen, getragen von Betroffenheit, Trauer und Mitgefühl.

In Fotographien, Dokumenten und in nachgebildeten Szenen mit Exponaten (11 Schaukästen) werden die grausamen Methoden und Verbrechen der Nationalsozialisten gegen Menschen mit Behinderung dargestellt. Die Präsentation „T4“ ist ein Versuch, historische Ereignisse am Schicksal einzelner namentlich genannter Menschen für die heutige Generation fasslicher zu machen. Das Zitat „...und bete viel für meine Seelenruhe" stellt eine Zeile aus einem Abschiedsbrief eines Kindes an seinen Vater kurz vor seiner Deportation in den grauen Bussen dar.

Die Ausstellung wurde am 8. Mai 2014 in der Aula der KHSB durch den Präsidenten der Hochschule Herrn Professor Zimmermann im Beisein des damaligen Bezirksbürgermeisters von Lichtenberg Herrn Andreas Geisel eröffnet.

Inzwischen war und ist die Ausstellung an verschiedenen Orten in Deutschland und Polen zu sehen, darunter auch in der Jüdischen Gemeinde Berlin und an der Universität Gedansk. Viele Ausstellungsbesucher_innen haben Bekannte oder Verwandte, die Opfer der NS-Euthanasie waren. In Polen ruft die Ausstellung ein besonders großes Maß an emotionaler Betroffenheit hervor. Ein Fernziel beinhaltet die Ausstellung in Israel zu zeigen.

„Das Miteinander fördern, um das Füreinander zu stärken“

Foto: Chaled Schmidt

Wie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf gelingen kann

Fachtag „Vereinbarkeit Pflege und Beruf – Praxis und Forschung“ am 16.11.2016 an der KHSB.

Der Einladung zum Fachtag „Vereinbarkeit Pflege und Beruf – Praxis und Forschung“, der gleichzeitig den Abschluss des dreijährigen Modellprojektes „Vereinbarkeitslotsen Pflege und Beruf“ bildete, folgten rund 60 Interessierte und Multiplikator_innen:
Vertreterinnen und Vertreter regionaler Verbände und Beratungsstellen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Pflegestützpunkten und Verantwortliche des Landkreises Oder-Spree sowie des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Frauen (MASGF) im Land Brandenburg und natürlich die Hauptakteurinnen des Modellprojektes, die Vereinbarkeitslotsinnen nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam über ein gesellschaftlich relevantes Thema mit zunehmender Brisanz zu diskutieren.

Aus der Hochschule nahmen einige Studierende der Studiengänge Soziale Gerontologie und Soziale Arbeit teil, die hier im Austausch mit professionellen Fachkräften ein mögliches neues Berufsfeld ausloten konnten.

Neben den Ergebnissen des Modellprojektes, präsentiert von Prof. Dr. Ortmann (KHSB) und seinem Projektteam, befasste sich der Fachtag mit zwei Hauptthemen:  der „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Unternehmen“ und der „Quartiersnahen Unterstützung von häuslichen Pflegearrangements“. Anhand von Beispielen aus dem Modellprojekt, aber auch aus anderen Unternehmen und Regionen konnte gezeigt werden, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege aussehen und gelingen kann und dass letztlich alle an Vereinbarkeitslösungen Beteiligten profitieren können.

 

„Migration bewegt!“

Werkstattgespräche zum Thema Flucht und Migration

Unter der Überschrift „Flucht und Migration“ haben von Dezember 2015 bis Juli 2016 insgesamt acht Werkstattgespräche an der KHSB stattgefunden. Sie wurden initiiert von einer Arbeitsgruppe, die sich aus Dozierenden und Studierenden der KHSB zusammengesetzt hat.

Migration bewegt Menschen und Gemüter. Sie verändert Lebensmittelpunkte und -gewohnheiten, Sozialräume und Wertvorstellungen. Sie stellt alte Gewissheiten infrage und sorgt für Vielfalt und Erneuerung. Die Werkstattgespräche waren eine Gelegenheit, diese Dynamiken – auch vor dem Hintergrund der verstärkten Zuwanderung geflüchteter Menschen – nachzuvollziehen und sie zu reflektieren.

Im Mittelpunkt standen jeweils ein fachlicher Input und die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren. So wurden der persönliche Bezug, politische Rahmungen, mediale Inszenierungen und die Zunahme rassistischer Mobilisierungen reflektiert. Anschließend wurde die Soziale Arbeit in den Blick genommen. Dabei standen Einblicke in verschiedene Praxisfelder und die Zusammenarbeit von und mit ehrenamtlich Engagierten im Fokus.

Ziel der Werkstattgespräche war es, verschiedene Interessierte zusammenzubringen. Das ist gelungen: Ehrenamtlich Engagierte, Fach- und Führungskräfte aus dem Praxisfeld, aktuelle und ehemalige Studierende, Lehrende und Forschende waren sowohl als Referent*innen als auch im Publikum zu Gast. Der Erfahrungsschatz, der hier aus der Praxis sichtbar wurde, war reichhaltig.

Gelernt wurde viel – miteinander und voneinander. Gelungen ist ein wechselseitiger Theorie-Praxis-Transfer. Kritisch zu hinterfragen ist, dass geflüchtete Menschen selbst nicht anwesend waren – ein wichtiges Vorhaben für die Zukunft!

„Quereinstieg ermöglichen!“

Foto: Milena Schlösser

Barcamp für Quereinsteiger/innen in den Erzieher/innenberuf

Am 19. November 2016 fand ein Austausch- und Vernetzungstreffen statt, zu dem die Koordinationsstelle „Chance Quereinstieg / Männer in Kitas“ (Leitung Prof. Stephan Höyng, Professor für Jungen- und Männerarbeit an der KHSB) in die KHSB eingeladen hatte.

Bundesweit folgten rund 100 Teilnehmende des ESF-Bundesmodellprogramms „Chance Quereinstieg – Männer und Frauen in Kitas“, der Einladung, sich einen Tag lang mit Gleichgesinnten auszutauschen und zu vernetzen und für Themen ihrer Ausbildung zu diskutieren.

Das Treffen unter dem Motto: „Was hilft mir als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger meine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren?“ folgte - dem Format eines Barcamps gemäß - keinem festgelegten Programmablauf.

Die Teilnehmenden brachten ihre Themen selbst mit und es gelang ein intensiver Wissensaustausch zu rund 20 Themen, bspw. „Erwachsenengerechte Ausbildung“, „Vereinbarkeit Ausbildung, Lernen und Familie“, „Unterschiedliche Rahmenbedingungen in den einzelnen Bundesländern“ und der „Einsatz von Studierenden als volle Arbeitskräfte“.

Als Gast nahm Christian Hoenisch als Vertreter des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) am Barcamp teil. Bei den Teilnehmenden war er ein gefragter Gesprächspartner. Für alle war es eine gute Möglichkeit, im direkten Kontakt zu erfahren, wie sich der Ausbildungsalltag gestaltet. Es wurde klar, wie unterschiedlich die individuellen Situationen sind, und dass es eine große Herausforderung ist, dies bei der Planung des Modellprojektes zu berücksichtigen.

Das Fazit nach einem spannenden Tag der intensiven Auseinandersetzung: Viele Faktoren helfen Quereinsteigenden dazu, ihre Ausbildung erfolgreich abzuschließen: erwachsenengerechte Ausbildungsinhalte, zeitliche Vereinbarkeit von Ausbildung, Familie und Freizeit, regelmäßige Praxisanleitung in der Kita sowie eine gute Zusammenarbeit von Schule und Kita. Alles natürlich unter der Voraussetzung, dass die Ausbildung angemessen vergütet wird.

„Nicht der Experte ändere, sondern der Mensch selbst...”

Foto: Angela Kröll

Studien- und Fachtag zur Sozialraumorientierung von Caritas und Pastoral

Unter der Überschrift „Kirche mitten unter den Menschen - Impulse und Praxisbeispiele für eine Sozialraumorientierung von Caritas und Pastoral im Erzbistum Berlin” fand am 28.9.2016 an der KHSB ein Fachtag statt.

Eingeladen hatte die Projektstelle „Caritas rund um den Kirchturm - mitten unter den Menschen”, der Caritasverband für das Erzbistum Berlin und das erzbischöfliche Ordinariat.

Gut 70 Multiplikator_innen aus Caritaseinrichtungen und Pfarreien diskutierten inhaltliche, strukturelle und politische Fragen rund um das Thema einer gelingenden sozialraumorientierten „Kirche unter den Menschen”.
In wissenschaftlichen Fachvorträgen wurden das Konzept der Sozialraumorientierung (Prof. Bestmann, KHSB) und die unterschiedlichen Perspektiven auf den Raum, in dem agiert wird, erläutert (Prof. Schneider, LMU München). So gilt bei der Sozialraumorientierung der Ansatz des sich selbst Zurücknehmens, des Abwartens und des zur Verfügung-Stellens der eigenen Expertise und ein Denken in relationalen oder Beziehungsr- Räumen (Netzwerkkompetenz) und nicht in „Containern” oder geographisch abgesteckten Gebieten.

In den nachfolgenden Workshops wurden Praxisbeispiele sozialraumorientierter kirchlicher Arbeit aus verschiedenen Bundesländern vorgestellt und diskutiert.

Die 70 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen konnten wichtige Impulse für eine dezidierte Sozialraumorientierung von Caritas und Pastoral vom Fachtag in ihre Arbeit mitnehmen. Gleichwohl es „viel Zeit braucht, Sozialraumorientierung umzusetzen und den anderen Blickwinkel - sich zurücklehnen zu müssen, zu beobachten, zu sehen was los ist - zu unterstützen”, so das Fazit einer Teilnehmerin der Tagung.