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Modellprojekt Vereinbarkeitslotsen Beruf und Pflege

Anhand der Prognosen zum demografischen Wandel ist im Land Brandenburg bis 2030 mit einem deutlichen Zuwachs an pflegebedürftigen Menschen zu rechnen. Damit einhergehend ist auch von einer Zunahme des Bedarfs an Beratung zu pflegerischer Versorgung und zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf auszugehen. Es gilt daher unter anderem, neben den bestehenden professionellen Angeboten zur Beratung von pflegenden Angehörigen, neue Modelle der Beratung durch ehrenamtlich engagierte Personen zu etablieren.

Das Institut für Soziale Gesundheit (ISG) der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin hat zum 01.08.2012 – gefördert durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) – mit der Durchführung des Modellprojekts Vereinbarkeitslotsen Beruf und Pflege begonnen. Im Rahmen des Projekts wird während einer Laufzeit von 12 Monaten eine Vereinbarkeitslotsin oder ein Vereinbarkeitslotse in der Stadt Eisenhüttenstadt eingesetzt.

Durch die Vereinbarkeitslotsin oder den Vereinbarkeitslotsen sollen in erster Linie betriebliche Strategien zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Wirtschaftsunternehmen befördert werden. Zudem können pflegende Personen angesprochen werden, die sich in Beschäftigungsverhältnissen ohne betriebliche Vereinbarkeitsstrategien befinden. Weil deren Zeithaushalt nicht durch arbeitsorganisatorische Arrangements kompensiert wird, sollen dafür individuelle Entlastungskonzepte entwickelt werden.

Weiter sollen durch die Vereinbarkeitslotsin oder den Vereinbarkeitslotsen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Oder-Spree, Ämtern und Gemeinden sowie mit frei gemeinnützigen bzw. gesellschaftlichen Organisationen wie der Volkssolidarität, Gewerkschaften und Kirchengemeinden ca. 20 bürgerschaftlich engagierte Personen über Städte und Gemeinden, Kammern und Berufsverbände geworben werden. Die Kontaktpersonen sollen außerhalb des professionellen pflegerischen Versorgungssystems, also beispielsweise aus gewerkschaftlichen und kirchlichen Strukturen heraus sowie in Ortsvereinen verschiedener gesellschaftlicher Organisationen wirken. Diese bürgerschaftlich engagierten Personen werden durch das Institut für Soziale Gesundheit geschult, damit sie vor Ort als Kontaktpersonen für Fragen der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege wirken und in ihrem Umfeld zu den Möglichkeiten, soziales und pflegerisches Engagement mit der eigenen Berufstätigkeit zu vereinen, beraten können. Die Koordination dieser ehrenamtlich engagierten Personen erfolgt durch die Vereinbarkeitslotsin oder den Vereinbarkeitslotsen.

Das Institut für Soziale Gesundheit begleitet und evaluiert den Prozess der Umsetzung des Modellprojekts.

Die Projekthomepage finden ist unter Opens external link in new windowhttp://www.vereinbarkeitslotsen.de/

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