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Struktur

Das Institut gliedert sich derzeit in drei Abteilungen, eine weitere Diversifizierung kann unter dem Dach des Instituts und seiner Ziele erfolgen.

Abteilung Sozialpsychiatrie

Prof. Dr. R. Quindel, Prof. Dr. R.-B. Zimmermann

Die Entwicklung einer sozialen und gemeindenahen Psychiatrie in Deutschland wurde historisch nicht zuletzt auch von entsprechenden Abteilungen und Instituten an Universitäten (u.a. Hannover, Berlin) getragen  und zwar sowohl auf behandelnder Ebene durch das Vorhalten universitärer Behandlungsplatze wie auch auf wissenschaftlicher Ebene in Form entsprechender Forschungskapazitäten. Diese universitären Strukturen brechen in den letzten Jahren zunehmend weg und werden offenkundig nicht ersetzt. Umgekehrt besteht aber weiterhin unabweisbarer Bedarf, die Sozialpsychiatrie auch durch Hochschulaktivitäten weiter zu entwickeln. Hier sind insbesondere der Theorie-Praxis-Transfer, die Weiterentwicklung innovativer methodischer Ansatze, die Planung und Durchführung von Tagungen und Kongressen sowie die Konstruktion und Durchführung innovativer Forschungsprojekte zu nennen. Geplant sind weiter die Intensivierung vorhandener und die Initiierung neuer Kooperationen mit regionalen und überregionalen Trägern und Institutionen der Sozialpsychiatrie.

Abteilung Klinische Sozialarbeit/Sozialtherapie

Prof. Dr. K. Ortmann

Klinische Sozialarbeit kennzeichnet ein relativ neues Fachgebiet der Sozialen Arbeit, das die Beratung und Behandlung soziopsychosomatischer Störungen zum Gegenstand hat. Die KHSB hat sich in den letzten Jahren verstärkt an der Entwicklung der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland insbesondere durch Aus- und Weiterbildungsangebote (z.B. Masterstudiengang Klinische Sozialarbeit, Weiterbildung Sozialtherapie) und Forschungsaktivitäten (z.B. Psychosoziale Beratungsstelle, Projektbeschreibung S. 110) beteiligt.

Die derzeit dazu an der KHSB laufenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten finden in der Abteilung Klinische Sozialarbeit/Sozialtherapie ihren institutionellen Rahmen, in dem intensiv empirisch und theoretisch-konzeptionell gearbeitet wird, um insbesondere das Methodenrepertoire klinischen Handelns in der Sozialen Arbeit zu verbessern und zu erweitern.

Abteilung Psychotraumatologie und Soziale Arbeit

Prof. Dr. N. F. Gurris

Seit etwa zwei Dekaden kommt dem jungen Fachgebiet der Psychotraumatologie eine zunehmende Bedeutung in der psychosozialen Versorgung der Bevölkerung zu. Entsprechend dem biopsychosozialen Modell leistet die Soziale Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag zur Stabilisierung, Beratung und sozialtherapeutischen Betreuung der durch menschliche Katastrophen betroffenen Klienten. Die Vielfalt der Traumatisierungen reicht von persönlichen bzw. familiären tiefen Verletzungen durch Misshandlung und Missbrauch im Kindes- und Jugendalter, über Gewalterfahrungen in allen denkbaren sozialen Kontexten bis hin zu schweren Unfallen, Grosschadensereignissen und Traumen durch Kriege, Burgerkriege, politische Verfolgung, Flucht, Vertreibung und Folter bei Migranten. Die KHSB Berlin war 1999 eine der ersten Fachhochschulen in Europa, an der Psychotraumatologie in Sozialer Arbeit gelehrt wurde. Dieses Gebiet ist curricularer Bestandteil im Master-Studiengang Klinische Sozialarbeit. Inzwischen ist die KHSB mit ihrer psychosozialen Beratungsstelle aktive Partnerin des EU-Forschungsprojektes TENTS, das sich den Aufbau und die Beforschung eines europaweiten Netzwerkes für traumatische Belastungen der Menschen zum Ziel gesetzt hat. In der Zukunft sollen im Rahmen der Abteilung spezifische Beratungs- und Behandlungsmodelle der Sozialen Arbeit mit traumatisierten Menschen  entwickelt und damit eine Lücke im Verhältnis zu medizinischer und psychologischer Versorgung geschlossen werden.