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Gemeinsame Ausbildung von Sozialpädagogischen Fachkräften und Lehrer*innen

Projektlaufzeit:

01.10.2014 - 31.03.2015

Kurzbeschreibung:

Das Forschungsfreisemester wird für einen Forschungsaufenthalt in Italien, schwerpunktmäßig in Südtirol, genutzt. Im Fokus des Forschungsfreisemesters stehen fünf Aspekte und Forschungsfragen des italienischen/Südtiroler- Ausbildungssystems:

a) das kindheitspädagogische Studium an der Universität

SozialpädagogInnen und LehrerInnen studieren in Südtirol gemeinsam; erst nach dem Grundstudium erfolgt eine Differenzierung nach Studienrichtungen. Diese gemeinsame Ausbildung verstehen die Italiener als Beitrag zur didaktischen Gleichsinnigkeit  der Bildungseinrichtungen. Inwiefern entwickeln die angehenden PädagogInnen tatsächlich ein gemeinsames berufliches Verständnis?

b) die Fort- und Weiterbildung durch die zuständigen Institutionen

Die Freie Universität Bozen hat ein mehrphasiges, elaboriertes Praktikumsmodell entwickelt und erhebt den Anspruch, den Praxisanteil mit dem Gesamtcurriculum in theoretischer wie organisatorischer Hinsicht gut abzustimmen. Es gibt freigestellte Tutoren und ein eigenes Praxisbegleitungsbüro.
Dieses Modell soll vor allem im Hinblick auf Effekte für die Qualitätsentwicklung in den kindheitspädagogischen Einrichtungen untersucht werden.

c) die Sprachenpolitik und die Sprachförderung in einer mehrsprachigen Region

Für die drei Sprachengruppen in Südtirol (deutsch, italienisch, ladinisch) gibt es als Folge des Autonomiestatuts jeweils eigene Kultur- und Bildungseinrichtungen. In diesem Zusammenhang sollen u.a. die Fortbildungseinrichtungen und –behörden der drei Sprachgruppen besucht werden im Hinblick auf die besonderen Arbeitsformen und –inhalte.

d) die Zusammenarbeit unterschiedlich ausgebildeter Fachkräfte

Mit den akademisch ausgebildeten AbsolventInnen gibt es in italienischen Einrichtungen nun Fachkräfte mit unterschiedlichen Ausbildungen. Welche Erfahrungen wurden in Italien bezüglich dieser Situation gemacht?
Welche Maßnahmen gibt es, die formal niedriger ausgebildeten Fachkräfte nachzuqualifizieren?

e) die Sprachenpolitik und die Sprachförderung in einer mehrsprachigen Region

JedeR BürgerIn Südtirols hat das Recht, von öffentlich Bediensteten der Verwaltung  in seiner/ihrer jeweiligen Muttersprache angesprochen zu werden. Entsprechend ist auch das Studium an der Freien Universität Bozen mehrsprachig organisiert. Untersucht wird, wie das Sprachenmodell in der Ausbildung praktisch funktioniert.

Trotz des nach Sprachgruppen getrennten Schulsystems wird in vielen Kindergärten mehrsprachig gearbeitet, hier sind in den letzten Jahren ambitionierte Konzepte entstanden. Diese Konzepte sollen betrachtet und auf ihre Relevanz für das deutsche Bildungssystem untersucht werden. Wie kann in der kindheitspädagogischen Einrichtung nachhaltig kulturelle und Fremdsprachenkompetenz aufgebaut werden.

Projektleitung:

Prof. Ludger Pesch

Kooperationspartner:

Freie Universität Bozen/Brixen

Mittelgeber:

Forschungsfreisemester