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Vatersein im offenen Vollzug

von Heike Krüger

Als Koordinatorin des Projektes „Kinder von Inhaftierten“ vom Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V., arbeite ich in Hinblick auf familiensystemische Prozesse zu einem erheblichen Anteil mit strafgefangenen Vätern zusammen. In diesem Zusammenhang stelle ich immer wieder fest, dass es nicht nur Laien überrascht, wenn auf einmal Kinder oder die Vaterschaft im Kontext einer Strafgefangenschaft erwähnt werden. Auch für viele Berufspraktiker/innen der Straffälligenhilfe und in den Justizvollzugsanstalten ist der Blick auf die Vaterschaft von Strafgefangenen und auf die angehörigen Kinder sehr ungewohnt und wird mitunter sehr kontrovers diskutiert. So wurden in meinen ersten Gesprächen mit Angestellten und inhaftierten Vätern in dem offenen Vollzug Berlin im Herbst 2013, unabhängig von den Personengruppen, zwei sehr polarisierte Meinungen vertreten. Während die einen sehr offen mit dem Thema Vaterschaft und Kinder umgingen und großen Bedarf darin sahen die Vater-Kind-Beziehung zu fördern, äußerten die anderen große Widerstände gegen eine aktive Einbeziehung der Kinder in das Thema Inhaftierung. Dass dieses Thema aber höchste Relevanz besitzt, wurde an der emotional aufgeladenen Stimmung in den Gesprächen sichtbar.

Das Forschungsziel war, zum einen die Vaterschaft im Kontext des offenen Strafvollzuges zu erforschen, um daraus professionelle Handlungsoptionen sowohl für den offenen Vollzug Berlin, als auch für die Soziale Arbeit der Straffälligenhilfe und für die Budopädagogik zu entwickeln.