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Sexuelle Gesundheit – ein Thema für Prostitutionskunden?

von Harriet Langanke

Prostitution in Deutschland ist ein wenig erforschtes Gebiet. Verlässliche Zahlen, Daten und Fakten zu diesem Feld sind kaum verfügbar; die sozialwissenschaftliche Forschung widmet sich dem Feld erst seit wenigen Jahren. Die Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist überschaubar.

Spezifische Angebote zur Aufklärung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheitserregern im Bereich der Sexarbeit richten sich in Deutschland traditionell an die Anbieterseite. Auch wenn diese Angebote nach ExpertInnenmeinung weder flächendeckend noch ausreichend sind, existieren für Sexarbeiterinnen immerhin einige Beratungsstellen von öffentlicher und zivilgesellschaftlicher Seite: Es gibt für sie Untersuchungsangebote und Sprechstunden bei kommunalen Gesundheits­ämtern, und verschiedene Projekte, auch der Aidshilfe, engagieren sich für Sex­arbeiterinnen und auch ihren STI-Schutz.

Anders sieht es mit der Nachfrageseite aus. Für die Kunden von Sexarbeiterinnen existieren kaum spezifische Angebote. Die Männer, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen, gelten als Teil der Allgemeinbevölkerung, der schwer zu erreichen ist.

Aus diesem Grund beschäftigt sich das Forschungsprojekt mit der Frage: Interessieren sich Prostitutionskunden für ihre sexuelle Gesundheit?

Darauf aufbauend lassen sich weitere Forschungsfragen formulieren:

  • Falls Freier sich für sexuelle Gesundheit interessieren, in welcher Weise äußert sich dieses Interesse? Wie manifestiert sich dieses Interesse in den Freier-Foren?
  • Wofür genau interessieren die Freier sich? Sexuelle Gesundheit ist, zumindest nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO), schließlich ein weites Feld.