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Pilotstudie zu sexueller Gesundheit mit in Hamburg lebenden Afrikaner/innen

von Claudia Santos-Hövener

Migrant/innen aus Subsahara Afrika machen ca. 10-15% aller HIV-Erstdiagnosen in Deutschland aus, von denen in den letzten Jahren etwa ein Drittel vermutlich in Deutschland erworben wurde. Zur Prävalenz von Virushepatitiden (HEP) in dieser Zielgruppe liegen bisher keine Daten vor. Zudem gibt es nur punktuelle Informationen zu Wissen, Einstellungen und Verhalten der Migranten in Bezug auf HIV/HEP und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI). Diese Informationen wiederum sind für die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen unabdingbar. Repräsentative Studien für die heterosexuelle Allgemeinbevölkerung, wie „AIDS im öffentlichen Bewusstsein“ erreichen Afrikaner nicht ausreichend. Allerdings gibt es vielversprechende Beispiele für die Erreichbarkeit von Afrikanern aus lokalen Studien, die partizipativ konzipiert und durchgeführt wurden. So hat sich der Einsatz von Peer Researchern, also geschulten Afrikanern mit gutem Zugang zur Community bewährt, die in den Forschungsprozess vor Ort eingebunden sind und die Rekrutierung von Studienteilnehmern übernehmen. Seit 2011 hat das RKI in Zusammenarbeit mit BZgA und DAH einen partizipativen Forschungsprozess begonnen, der ein verbessertes Verständnis der Präventionsbedürfnisse und –bedarfe von Afrikanern zum Ziel hat. Eine Arbeitsgruppe (AG) aus afrikanischen Community Mitgliedern, Praxispartnern und Forschern erarbeitete im Jahr 2012 einen Entwurf für ein Studiendesign, der in vier Fokusgruppen mit afrikanischen Community Mitgliedern diskutiert und modifiziert wurde und nun in dieser Pilotstudie erstmals angewandt und getestet werden soll. Der Vorgang der Entwicklung und Konzeption des Studiendesigns wurde detailliert beschrieben und publiziert.

Folgende Forschungsfragen sollten mit dem Vorhaben adressiert werden:

  • Welche Präventionsbedarfe in Bezug auf HIV, HEP und STI haben in Deutschland lebende Afrikaner?
  • Wie können wir die ermittelten Bedarfe adressieren?
  • Wie können wir Afrikaner mit Empfehlungen erreichen?