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Partizipative Strategien im Umgang mit Drogengebrauch und Menschen mit afrikanischem Hintergrund

von Rosaline M´bayo und Petra Narimani

Drogen- und Alkoholkonsum ist zunehmend auch ein Thema unter den derzeit in Berlin lebenden etwa 12.000 Menschen aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Die Anzahl der Konsument*innen und ihrer Familien ist nicht bekannt. Erste Recherchen haben ergeben, dass auf Seiten der Befragten mit afrikanischem Hintergrund kaum Informationen über das Drogenhilfesystem vorhanden sind und das Thema nicht als vordringlich angesehen wird. Die Drogenberatungsstellen möchten sich zwar weiteren Migrant*innengruppen öffnen, es fehlt jedoch bisher an entsprechenden Kontakten. Auch ist nicht bekannt, ob die derzeitigen Angebote einen vielleicht neuen Bedarf abdecken können. Unsicherheiten und unterschiedliche Ängste bei allen Akteur*innen erschweren eine angemessene Thematisierung des Themas Alkohol und Drogen. Um Ängste abzubauen, Aufklärung zu betreiben und Hilfsangebote zu konzipieren, bedarf es gemeinsamer Überlegungen und aufeinander abgestimmter Vorgehensweisen.

Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kompetenzen und Arbeitsbereiche sowie besonderer Zugänge zu mehrfach stigmatisierten und magrinalisierten Gruppen ist 2013 ein partizipatives Projekt entstanden. Dieses wurde im Rahmen der Fortbildungsreihe „Partizipative Sozialforschung“ an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin (KHSB) präzisiert und wird seither begleitet. Durch die Ansätze Partizipativer Forschung lassen sich gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur*innen Probleme auf verschiedenen Ebenen identifizieren und Lösungsstrategien entwickeln, die den Interessen aller Beteiligten dienen. Damit können gerade auch vulnerable Gruppen wie etwa Afrikaner*innen mit Alkohol- und Drogenproblemen in die unterschiedlichen Überlegungen eingebunden werden.

Unter Mitwirkung einer Steuerungsgruppe und einer immer weiter wachsenden Zahl von Aktivist*innen mit afrikanischem Hintergrund wurden alle bisherigen Begegnungen und Gespräche ausgewertet und die jeweiligen Vorgehensweisen gemeinsam diskutiert und beschlossen.

Für Anfang 2015 ist eine erste Begegnung zwischen etablierten Einrichtungen der Drogenhilfe, Vertreter*innen politischer Parteien und Interessierten mit afrikanischem Hintergrund in Form eines Fachtags geplant, um zentrale Themenbereiche festzulegen und gemeinsame Strategien für ein künftiges Vorgehen zu diskutieren.