Herzlich willkommen beim Projekt PURFAM:
„Potenziale und Risiken in der familialen Pflege alter Menschen“
Die Erkenntnis, dass die Betreuung chronisch kranker älterer Menschen für die Angehörigen potenziell mit erheblichen negativen psychischen, sozialen, materiellen und gesundheitlichen Konsequenzen verbunden ist, kann mittlerweile als gesichert gelten.
Ein weiteres mit der familialen Pflege verbundenes Risiko, das bislang nur selten untersucht wurde, ist die Misshandlung des Pflegebedürftigen durch den pflegenden Angehörigen. Zu gewalttätigen Handlungen in der Pflege zählen nicht nur körperliche und seelische Misshandlung, sondern auch Vernachlässigung, materielle Ausbeutung sowie die Einschränkung des freien Willens des Pflegebedürftigen.
Maßnahmen, die sich gezielt auf die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Misshandlung in der familialen Pflege richten, sind in Deutschland bislang selten. Das Ziel des Projekts PURFAM ist die Optimierung des Praxishandelns mit Schwerpunkt auf Gewaltprävention durch Früherkennung und Ressourcenstärkung.
Unter Berücksichtigung internationaler Best-Practice-Ansätze wird eine Präventionsmaßnahme entwickelt, bundesweit in Praxiseinrichtungen der ambulanten Pflege implementiert und evaluiert.
Nähere Informationen zum Projekt finden Sie hier
und in der PURFAM-Kurzinfo
Im Rahmen des Projektes werden Fortbildungen für MitarbeiterInnen von ambulanten Pflegediensten durchgeführt. Schwerpunkt ist der Umgang mit häuslichen Pflegesituationen, die von familiärer Gewalt bedroht sind.
Die Fortbildung vermittelt Wissen zu folgenden Themen:
• Modul 1: Basiswissen Gewalt in der Pflege
• Modul 2: Früherkennung und Dokumentation
• Modul 3: Rechtliche Aspekte
• Modul 4: Intervention
Weitere Informationen dazu enthält der Ankündigungsflyer.
Gerne halten wir Sie mit dem PURFAM-Newsletter über das Projekt auf dem Laufenden. Schicken Sie bei Interesse einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Newsletter" an: susanna.saxl(at)khsb-berlin.de
Aktuelles aus dem Projekt
PURFAM-Fortbildungen in Berlin abgeschlossen
Von Juni 2011 bis Mai 2012 sind vom Berliner Standort des Projektes mehr als 80 Pflegedienste geschult worden. Eine ähnlich große Zahl von Pflegediensten hat die Fortbildungsangebote des Standorts Köln wahrgenommen. Die Fortbildungen in Berlin sind damit abgeschlossen, in Köln und Bonn werden noch einzelne Fortbildungstermine angeboten. Informationen dazu erfragen Sie bitte bei Constanze Steinhusen, Tel: 0221 / 470 - 78 42, E-Mail: constanze.steinhusen(at)uni-koeln.de.
Zurzeit werden die Fortbildungen evaluiert, die Teilnehmer nachgehend zum Einsatz der erlernten Fortbildungsinhalte befragt und die Ergebnisse ausgewertet. Die Assessment-Instrumente werden unter Einbeziehung der Rückmeldungen aus der Praxis überarbeitet und für die Praxiserfordernisse optimiert.
Das Projekt ist somit in seine Abschlussphase eingetreten, in der das PURFAM-Manual erstellt wird, bevor die Ergebnisse der Purfam-Studie präsentiert werden. Das Manual soll Pflegediensten den selbstständigen Einsatz des PURFAM-Assessments sowie die Einführung eines standardisierten Handlungsablaufs bei familialen Pflegesituationen mit Verdacht auf Gewalt ermöglichen.
Das Manual wird voraussichtlich ab Frühjahr 2013 im Buchhandel erhältlich sein.
