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Trauer um Prof. Dr. Teresa Bock, Gründungsrektorin der KHSB.

Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) trauert um ihre Gründungsrektorin, Prof. Dr. Teresa Bock.


17. Oktober 2012

Nachruf

 

Nach kurzer Krankheit starb Frau Prof. Dr. Teresa Bock am 15. Oktober 2012 in Viersen, kurz vor der Vollendung ihres 85. Lebensjahres.

Im Frühjahr 1991 wurde Prof. Dr. Teresa Bock von Kardinal Sterzinsky in die Funktion der Gründungsrektorin für den Aufbau einer katholischen Fachhochschule in Berlin berufen. Die ausgebildete Wohlfahrtspflegerin und promovierte Volkswirtin brachte die Erfahrungen ihrer langen beruflichen Laufbahn in der Aus- und Weiterbildung von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern sowie aus leitender Mitwirkung in Gremien der Wohlfahrtspflege in den „Gründungsausschuss der Katholischen Fachhochschule Berlin“ ein.

Ihre berufliche Laufbahn begann sie 1956 als Referentin für politische Bildung im Hedwig-Dransfeld-Haus in Bendorf. Nach einer kurzen Zeit als Dozentin an der Akademie für Jugendfragen (1960 –1962) war sie ab 1962 zunächst Direktorin der Höheren Fachschule für Sozialarbeit der Arbeitsgemeinschaft Sozialpädagogik und Gesellschaftsbildung in Düsseldorf, danach von 1967 - 1970 Direktorin der Höheren Fachschule für Sozialarbeit in Aachen und von 1970 – 1977 Gründungsrektorin und Rektorin der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen (der heutigen KatHO NRW). Neben ihrer Lehrtätigkeit, die sie bis 1990 als Professorin an der Abteilung Aachen der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen ausübte, gehörte Teresa Bock dem Vorstand des „Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge“ an. 

Von 1990 – 1994 war sie Vorsitzende des Vereins. Zudem nahm sie von 1972 – 2002 die Funktion des Vorstandsmitglieds/der Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes wahr. Beratend wirkte sie (1980 – 1985) in der Studienreformkommission „Pädagogik/Sozialpädagogik/Sozialarbeit“ der Kultusministerkonferenz sowie in der Kommission für caritative Fragen der Deutschen Bischofskonferenz; sie gehörte der Expertenkommission für den „Achten Kinder- und Jugendbericht“ (1986 – 89) an und war verantwortlich 

für die Armutsstudien des Deutschen Caritasverbande 1987/88, 1992 und 2000.

Im Jahr 1997 ernannte Papst Johannes Paul II. sie zur Komtur-Dame des Silvesterordens und würdigte sie so als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Sozialarbeit.

Die Überleitung der Ausbildung an Höheren Fachschulen in ein Hochschulstudium an einer Fachhochschule entsprach ihrem lebenslangen Engagement für die Professionalisierung der Sozialen Arbeit. Dabei verband sie die Forderung nach einer wissenschaftsbasierten Ausbildung mit der hohen Wertschätzung für die Vorerfahrungen von Studierenden aus einer anderen Berufstätigkeit oder aus Familientätigkeit. Die heute so aktuelle Forderung nach der „Öffnung der Hochschulen“ für beruflich bereits Qualifizierte war Teil ihres Programms für ein Fachhochschulstudium. Das zeigt Ihre Tätigkeit als Koordinatorin eines „Studiengangs zur Ausbildung von Sozialberatern ausländischer Sozialdienste des Deutschen Caritasverbandes zum Diplom Sozialarbeiter“ und eines Modellstudiengangs „Ausbildung von Frauen zur Diplom Sozialarbeiterin neben der Familientätigkeit“, beides an der Katholischen Fachhochschule Nordrhein-Westfalen. Und so war es nur konsequent, dass sie sich auch an der im Aufbau befindlichen Katholischen Fachhochschule Berlin (KFB) nicht nur für die Schaffung eines grundständigen Vollzeitstudiengangs einsetzte, sondern ebenso für ein berufsbegleitendes Studienangebot zur Qualifizierung als Sozialarbeiterin/Sozialarbeiter.

Dass die Gründung der KFB im Osten Berlins so kurz nach der politischen Wende und nach einer Vorbereitungszeit von nur einem Jahr möglich wurde, verdanken wir nicht zuletzt der umsichtigen und engagierten Tätigkeit von Frau Prof. Dr. Bock in den Jahren 1991 – 1993 in unserem Haus. Sie brachte ihre Kenntnisse aus dem nationalen und internationalen Diskurs über innovative Studiengangskonzepte und ihre vielfältigen Kontakte in die Träger- und Fachhochschullandschaft in den Gründungsprozess der KFB ein.

Bei der Feier zum 20jährigen Bestehen der Hochschule am 7. Oktober 2011 hatten wir die Freude des Besuchs von Frau Prof. Dr. Bock. Mit ihrer lebendigen Erzählung über die Mühen und Freuden des Anfangs der Hochschule in der Gesprächsrunde “Zeitzeuginnen berichten“ hat sie den heute an der KHSB Studierenden und Lehrenden ein beeindruckendes Zeugnis gegeben.

Wir werden Frau Prof. Dr. Teresa Bock ein ehrendes Andenken bewahren und gedenken ihrer im Gebet.

Präsidium der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin

Prof. Dr. Monika Treber

Präsidentin

 

Die Auferstehungsmesse fand am 22. Oktober 2012 in der Pfarrkirche St. Remigius in Viersen statt - daran anschließend die Beisetzung auf dem Friedhof Löh, Hoserkirchweg.

 

Prof. Dr. Bock auf dem Campus der KHSB 2011